HRI-Konjunkturprognose: Deutschland steckt in der Stagflation fest
Den energieintensiven Branchen machen die hohen Kosten für Strom und Gas besonders zu schaffen.
Foto: dpaDüsseldorf. Deutschland dürfte der noch vor einigen Monaten als sicher geltende Konjunktureinbruch erspart bleiben. Das Handelsblatt Research Institute (HRI) geht davon aus, dass die Volkswirtschaft nicht in eine Rezession abrutscht, wie auch das steigende, kurz vor Weihnachten veröffentlichte Ifo-Geschäftsklima nahelegt.
Nach 1,8 Prozent Wachstum im Jahr 2022 erwarten die HRI-Ökonomen für das neue Jahr ein Plus von 0,2 Prozent. Damit sind die kurzfristigen Erwartungen des HRI etwas besser als die der meisten anderen Wirtschaftsforschungsinstitute, die größtenteils einen mehr oder weniger leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung für 2023 vorhersagen. Für 2024 liegt das HRI mit einem erwarteten Wachstum von lediglich 0,9 Prozent hingegen am unteren Ende des Prognosespektrums.
Kurzum: Die Krise wird zwar weniger heftig, dauert aber wohl länger als erhofft. Die Preise steigen weiter, die Wirtschaft stagniert – Deutschland steckt in einer Stagflation fest.
Das HRI geht davon aus, dass die Volkswirtschaft ausgehend vom Schlussquartal 2022 nun sechs Quartale in Folge nahezu stagnieren wird. Die Folge: Im Frühjahr 2024 wird das Bruttoinlandsprodukt real kaum höher sein als vor dem Pandemieausbruch Anfang 2020. Deutschland fehlen dann vier Jahre Wachstum.