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IndustrieDiese Grafik lässt zweifeln, ob wirklich die große Deindustrialisierung bevorsteht

Die deutsche Industrie gehe nieder, ist überall zu hören. Angeblicher Beweis: Die Produktion bricht ein. Doch es gibt auch Daten, die ein völlig anderes Bild zeigen.Julian Olk 12.03.2024 - 03:52 Uhr
Geht in Deutschland die Industrie wirklich zu Grunde? Foto: Dpa [M]

Berlin. Was aus Deutschlands wichtigstem Wirtschaftssektor zu hören ist, ist an Dramatik kaum zu überbieten. Stickstoffwerke wollen schließen. Solarhersteller investieren lieber in den USA. Autozulieferer streichen Tausende Stellen. Die gefürchtete Deindustrialisierung Deutschlands, sie scheint längst im Gang.

Dass sie sich strukturell im ganzen Land vollzieht, soll ein Indikator beweisen: der Index für die Industrieproduktion. Seit Beginn der Energiekrise wächst er nicht mehr richtig.

  • Die Industrieproduktion ist vom Beginn der Energiekrise bis zum vierten Quartal 2023 um 3,9 Prozent nach unten gegangen.
  • Im Vergleich mit dem bisherigen Höchststand im zweiten Quartal 2018 sank die Produktion um 13,6 Prozent – trotz Subventionen und technischem Fortschritt. Unter den Industrienationen in Europa hat sich keine andere so schlecht entwickelt.

Doch seit einiger Zeit wachsen bei Fachleuten die Zweifel, ob die Lage wirklich so dramatisch ist. Es geht um statistische Finessen, die schwierig nachzuvollziehen sind. Sie sind aber entscheidend für die Frage, ob sich Deutschland wirklich strukturell deindustrialisiert.

Der Produktionsindex wird oft genutzt, weil die Daten monatlich erhoben und dadurch gut verfolgt werden können. Es gibt aber noch einen anderen Indikator, der die Aktivität in der Industrie abbildet: die Bruttowertschöpfung. Diese lässt sich nur quartalsweise nachvollziehen. Dabei ist aber von struktureller Deindustrialisierung bisher nicht viel zu sehen.

  • Die Wertschöpfung in der Industrie ist seit Beginn der Energiekrise um nur 0,9 Prozent gesunken, wobei sie 2023 zwischenzeitlich sogar gestiegen ist.
  • Im Vergleich mit dem bisherigen Höchststand im zweiten Quartal 2018 ist die Wertschöpfung nur 3,4 Prozent zurückgegangen.

Gegenüber 2015 ist die Wertschöpfung sogar um mehr als sieben Prozent gestiegen, während der Produktionsindex in diesem Zeitraum um fast acht Prozent zurückgegangen ist. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Industrienationen fällt auf: Bei der Entwicklung des Produktionsindex ist Deutschland Schlusslicht. Bei der Wertschöpfung steht Deutschland auf Rang drei, deutlich vor Frankreich.

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