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Coronavirus Deutsche Unternehmen in China kämpfen mit geringer Nachfrage

Die meisten deutschen Unternehmen in China haben ihren Betrieb wieder aufgenommen – doch die Nachfrage fehlt. Viele rechnen mit hohen Umsatzausfällen.
02.04.2020 - 07:14 Uhr Kommentieren
51 Prozent der deutschen Unternehmen in China klagen über einen Nachfragemangel. Quelle: dpa
Lager eines Futtermittelherstellers in Shenyang

51 Prozent der deutschen Unternehmen in China klagen über einen Nachfragemangel.

(Foto: dpa)

Peking Die meisten deutschen Unternehmen in China haben ihren Betrieb nach wochenlanger Zwangspause durch die Coronavirus-Krise wieder aufgenommen. Das geht aus einer Umfrage der deutschen Außenhandelskammern (AHK) in China unter rund 300 deutschen Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in der Volksrepublik im Zeitraum vom 18. bis 24. März hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Entwarnung bedeutet das jedoch nicht. „Es gibt eine große Nachfragelücke“, sagt Clas Neumann, Mitglied im Vorstand der AHK Schanghai. Derzeit sehen sich die Unternehmen einem doppelten Effekt ausgesetzt, so Neumann: Auf der einen Seite habe die Binnennachfrage in China noch nicht wieder voll angezogen, auf der anderen Seite gebe es nun bei der internationalen Nachfrage Unterbrechungen.

Nach den drakonischen Reise- und Produktionsbeschränkungen, die die chinesische Regierung auf nationaler und Provinzebene den Unternehmen und Menschen zur Eindämmung des Virus auferlegt hatte, konnten inzwischen viele Firmen wieder ihre Arbeit aufnehmen. So gaben bei der AHK-Umfrage 69 Prozent der Unternehmen an, dass sie bei der Personalbesetzung wieder zum Normalzustand zurückgekehrt sind.

Im Februar stellte das noch ein großes Problem dar, weil viele Mitarbeiter wegen Reisebeschränkungen noch nicht zurück zu ihrem Arbeitsplatz kehren konnten. Bei einer Umfrage der Europäischen Handelskammer und der AHK hatten im Februar noch die Hälfte der Teilnehmer über Personalmangel geklagt.

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    57 Prozent der Unternehmen sagen in der aktuellen Umfrage der deutschen Außenhandelskammern in China, dass sie zu ihrer normalen Produktionskapazität zurückgekehrt sind. Etwas weniger als ein Drittel rechnen damit erst am Ende des zweiten Quartals.

    Allerdings klagen 51 Prozent der Unternehmen über einen Nachfragemangel. Nur 17 Prozent gaben an, dass ihre Nachfrage wieder normal verläuft, 29 Prozent sagten, es sei noch zu früh eine Aussage darüber zu treffen. Nach Reisebeschränkungen ist die mangelnde Nachfrage das zweitgrößte Problem, das die Umfrageteilnehmer angaben. Auf dem dritten Platz waren Unterbrechungen in den Lieferketten.

    Die Lage dürfte sich noch weiter verschärfen. Experten rechnen mit einem weiteren Rückgang der Exporte.

    Neuinfizierte sollen fast ausschließlich eingereist seien

    Inzwischen ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten allein in den USA auf mehr als 200.000 Menschen angestiegen, auch in Europa werden immer mehr neue Fälle gemeldet. In China ist die Zahl derjenigen die sich im Inland infiziert haben, laut offiziellen Angaben zwar gesunken. Jedoch gibt es weiterhin Fälle von Menschen, die sich im Ausland mit dem Virus infiziert haben, und dann nach China eingereist sind.

    Am Mittwoch hatte die chinesische Gesundheitsbehörde 36 Neuinfizierte gemeldet, 35 davon haben sich laut offiziellen Angaben im Ausland infiziert. Seit vergangener Woche lässt China keine Ausländer mehr einreisen, was auch deutsche Unternehmen laut Angaben der Außenhandelskammer vor große Probleme stellt.

    Wuhan beendet Quarantänezeit – und ist dennoch weit entfernt von Normalität

    Unter den deutschen Unternehmen herrscht generell eine große Unsicherheit darüber, ob vor diesem Hintergrund die leichten Lockerungen in den Vorsichtsmaßnahmen von den chinesischen Lokalregierungen langfristig aufrechterhalten und weiter gelockert werden. „Die Regeln ändern sich täglich“, sagt Maximilian Butek, Vorstandsmitglied bei der AHK Südchina.

    Die Krise schlägt sich deutlich auf die Geschäfte der deutschen Unternehmen nieder. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) rechnen schon jetzt mit einem Rückgang ihrer Umsätze im ersten Halbjahr von bis zu oder mehr als 20 Prozent. Die Stimmung ist damit deutlich pessimistischer als noch im Februar, damals hatten lediglich 48 Prozent angegeben, das sie mit einem so hohen Rückgang der Umsätze rechnen.

    Mehr: Chinas Wirtschaft sendet Signale der Erholung

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