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HDE-Konsumbarometer Mehr Lust auf Konsum: Verbraucherstimmung auf höchstem Wert seit April 2019

Das HDE-Konsumbarometer hat im Juli deutlich zugelegt. Grund sind vor allem die Konjunkturprognosen von Ökonomen. Doch es gibt auch Risiken für die Wirtschaft.
02.07.2021 - 14:45 Uhr Kommentieren
Die Konsumlaune in Deutschland ist im Juli gestiegen. Quelle: dpa
Einkaufsstraße in Köln

Die Konsumlaune in Deutschland ist im Juli gestiegen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die rasant sinkenden Corona-Zahlen haben zu einem Stimmungsumschwung bei Deutschlands Verbrauchern geführt. Das HDE-Konsumbarometer für Juli stieg von 97,65 auf 100,80 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit April 2019.

Vor allem Anschaffungsneigung und Konjunkturerwartungen legten spürbar zu; die Konjunkturerwartungen kletterten gar auf ein Allzeithoch. Das Barometer wird seit Anfang 2017 monatlich vom Handelsblatt Research Institute (HRI) für den Handelsverband HDE berechnet. Es basiert auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung.

Beflügelt wird die Verbraucherstimmung von den meist optimistischen Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforscher, die mehrheitlich im laufenden Jahr drei bis vier Prozent Wachstum und 2022 gar vier bis fünf Prozent Wachstum erwarten. Das Ifo-Geschäftsklima machte zuletzt einen Satz nach oben und die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt erreichten teilweise Rekordwerte.

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„Die Unternehmen reduzieren weiter die Kurzarbeit und suchen wieder mehr nach neuem Personal“, bestätigte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Donnerstag. Das DIW geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um „etwa zweieinhalb Prozent“ gewachsen ist.

Auch der Einzelhandel erholte sich zuletzt vom schwachen Jahresauftakt. Im Mai setzten die Händler nach jüngsten Daten kalender- und saisonbereinigt real 4,2 Prozent mehr um als im April. Deutliche Steigerungen gab es im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln. Hier waren die realen Umsätze im Mai 6,7 Prozent höher als im Vormonat. Der besonders von den Geschäftsschließungen durch die Bundesnotbremse betroffene Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete gar ein Plus von 72,1 Prozent gegenüber April. Im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, zu dem Waren- und Kaufhäuser zählen, betrug das Plus 15,3 Prozent.

Ungeachtet des starken Mais war der gesamte Einzelhandelsumsatz in den ersten fünf Monaten des Jahres real lediglich 0,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Großer Gewinner ist weiterhin der Internet- und Versandhandel, der seine Umsätze real um 27,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerte.

Angst vor Delta und Inflation

Doch es gibt auch Risiken für die deutsche Konjunktur. So haben sich in den vergangenen Tagen die Sorgen wegen der „Delta“-Variante des Coronavirus deutlich verstärkt, was die aktuelle Konsumentenbefragung noch nicht abbildet. In Großbritannien, Portugal und Russland droht bereits die nächste Virus-Welle.
Hinzu kommen die weiter gestiegenen Inflationssorgen der Verbraucher. Die Preiserwartungen der Konsumenten rutschten für Juli weiter ab und erreichten ein neues Allzeittief. Volkswirte rechnen damit, dass die Teuerung von derzeit rund zwei Prozent im zweiten Halbjahr auf bis zu vier Prozent ansteigen dürfte, da im zweiten Halbjahr 2020 viele Güter wegen der temporären Mehrwertsteuersenkung entsprechend günstiger waren.

Und dann sind da noch die deutlich gestiegenen Preise für Energie. Mittelfristig dürfte sich überdies die Material- und Vorprodukteknappheit in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen.
„Klar ist, die zurückliegenden 20 Jahre der Preisniveaustabilität sind kein Garant für niedrige Inflation in der Zukunft“, betonte HRI-Präsident Bert Rürup. Schließlich wisse niemand, wie stark die Alterung der Gesellschaft und der damit verbundene Fachkräftemangel einerseits und die angestrebte Dekarbonisierung der Wirtschaft andererseits Wirtschaftswachstum und Preisniveau beeinflussen werden.

Mehr: Institute erwarten stärkeres Wirtschaftswachstum – und deutlich höhere Inflation.

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