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Reisen während Corona Urlaub trotz Delta-Variante: Diese Punkte sollten Sie beachten

Test- und Quarantänepflichten, Rechte bei Reiseabbruch – der Sommerurlaub 2021 sieht anders aus als sonst. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
03.07.2021 - 11:30 Uhr Kommentieren
Eine Anreise mit dem Flugzeug oder dem Zug stellt ein geringes Risiko dar, da sich die meisten Reisenden an die Vorgaben etwa das Tragen einer Maske halten. Quelle: dpa
Reisende am Flughafen Berlin-Brandburg

Eine Anreise mit dem Flugzeug oder dem Zug stellt ein geringes Risiko dar, da sich die meisten Reisenden an die Vorgaben etwa das Tragen einer Maske halten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wenn an diesem Montag in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien beginnen, werden sich viele Bürger in dem bevölkerungsreichen Bundesland auf den Weg in den Urlaub machen. Gut eineinhalb Jahre nach Beginn der Pandemie ist die Sehnsucht nach einem echten „Tapetenwechsel“ groß.

Doch bevor der Urlaubstrip gestartet wird, gibt es einiges zu beachten. Denn die sich ausbreitende Delta-Variante von Covid-19 bringt einige neue Vorgaben mit sich. Die wichtigsten im Überblick.

Wie riskant ist der Urlaub?

Die Reiseveranstalter und Hoteliers haben nach über einem Jahr der Pandemie viele Erfahrungen gesammelt und Hygienekonzepte entwickelt. Zwar haben sich in der Vergangenheit immer wieder mal Menschen im Urlaub angesteckt, aber in den meisten Fällen war es nicht nachvollziehbar, wo genau sie sich infiziert haben. Aber das Robert Koch-Institut sieht etwa in Pauschalreisen keinen Infektionstreiber.

Auch eine Anreise mit dem Flugzeug oder dem Zug stellt ein geringes Risiko dar, da sich die meisten Reisenden an die Vorgaben etwa das Tragen einer Maske halten. In einer Studie der US-Behörde Centers for Disease Control Prevention (CDC) zeigte sich, dass die speziellen Luftfilter in den Jets das Ansteckungsrisiko zwar nicht völlig eliminieren. Auf dem untersuchten Langstreckenflug steckten sich aber jene Passagiere an, die zeitweise ihre Maske abgenommen hatten.

Der österreichische Umweltmediziner Hans-Peter Hutter wiederum ist nach Auswertung von über 100 Studien und Fachartikeln zu dem Schluss gekommen, dass auch der Bus- und Bahnverkehr keine Infektionstreiber sind.

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Das größte Risiko lauert an anderer Stelle: Die rasche Ausbreitung der sehr ansteckenden Delta-Mutation kann dazu führen, dass sich innerhalb weniger Tage die Reisevorschriften für ein Land ändern. Das mussten Touristen jüngst in Portugal erfahren, wo mit kurzer Vorankündigung eine Quarantänepflicht für Rückkehrer verhängt wurde. So etwas kann auch in anderen Ländern geschehen. Reisende können sich in dem Fall nicht auf die Bedingungen berufen, die bei Reiseantritt galten.

Was passiert, wenn ein Land zum Risiko- oder Virusvariantengebiet erklärt wird?

Fluggesellschaften sowie Bus- und Bahnunternehmen dürfen dann keine Reisenden mehr in dieses Land oder von dort zurück bringen. Lediglich Bürger mit Wohnsitz in Deutschland dürfen in ihre Heimat befördert werden. Diese müssen allerdings zum einen vor der Einreise, also schon vor dem Abflug einen negativen Test vorweisen. Zum anderen müssen sie daheim für 14 Tage in Quarantäne. Auch ein erneuter negativer Test kann diese Frist nicht verkürzen.

Wichtig: Da unklar ist, ob Genesene oder Geimpfte ohne Symptome das Virus nicht doch verbreiten, gilt die Quarantänepflicht auch für sie. Außerdem muss man sich digital anmelden über die sogenannte Digitale Einreiseanmeldung (DEA), die hier zu finden ist. Das gilt für Reisende, die aus einfachen Risikogebieten, einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvariantengebiet kommen.

Wie wird die Quarantänepflicht überprüft?

Den negativen Test vor Beginn der Rückreise prüft in der Regel das Transportunternehmen. Gleichzeitig kontrolliert die Bundespolizei an den Flughäfen bei Ankunft von Jets aus den Virusvariantengebieten stichprobenartig, ob alle Vorgaben eingehalten wurden und die notwendigen Dokumente vorliegen.

Ist Urlaub in einem Virusvariantengebiet möglich?

Grundsätzlich ja, denn eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Allerdings muss man eben mit dem eigenen Auto anreisen. Und jeder sollte sich gut überlegen, ob er angesichts der Auflagen wirklich in diesem Land Urlaub machen möchte. Sowieso gilt: Jeder sollte sich vor dem Urlaubsbeginn informieren, welche Einreisebestimmungen im Zielland gelten. In der Regel wird dort ein Negativtest, alternativ ein Impfnachweis oder Genesenennachweis verlangt. Manchmal ist auch eine Vorabanmeldung per Internet notwendig. Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) verlangen einige Länder zudem eine spezielle App, die der Gast auf seinem Smartphone installieren muss. Eine genaue Übersicht über die Einreisebestimmungen findet man auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Ganz wichtig: Wer bewusst in ein schon bekanntes Risikogebiet reist, dann aber wegen der Quarantäne nicht wie geplant wieder zur Arbeit erscheinen kann, dem droht unter Umständen Ärger mit seinem Arbeitgeber und eine Lohnkürzung. Wird ein Land erst während des Urlaubs zum Risiko- oder Variantengebiet, muss der Arbeitgeber den Mitarbeiter dagegen weiterbezahlen.

Kann ich meine Pauschalreise absagen, wenn ein Land zum Virusvariantengebiet wird?

Pauschalreiseanbieter wie Tui oder DER Touristik sagen in solchen Fällen den schon gebuchten Urlaubstrip von sich aus ab. Da ein Land nur eine gewisse Zeit – häufig zunächst 14 Tage – den Status Virusvariantengebiet erhält, bieten viele Anbieter eine Verschiebung des Urlaubs an. Alternativ kann auf ein anderes Ziel umgebucht werden, oder der Reisepreis wird erstattet. Tui etwa ist Urlaubern in Portugal sehr schnell entgegengekommen, nachdem das Land zum Virusvariantengebiet wurde.

Die Bundespolizei überprüft per Stichprobe, ob Rückkehrer aus Virusvariantengebieten alle Vorgaben erfüllen und Dokumente dabei haben. Quelle: dpa
Flugpassagiere aus Portugal werden kontrolliert

Die Bundespolizei überprüft per Stichprobe, ob Rückkehrer aus Virusvariantengebieten alle Vorgaben erfüllen und Dokumente dabei haben.

(Foto: dpa)

Was ist mit individuell zusammengestellten Reisen?

Hier gelten die jeweiligen Bedingungen der Airline, des Hotels oder des Quartiervermittlers wie zum Beispiel Airbnb. Da eine Reisewarnung rechtlich kein Reiseverbot darstellt und die Grenzen offen bleiben, besteht auch kein Recht auf eine Stornierung. Die Reisenden sind auf die Kulanz der Anbieter angewiesen. Die Arbeit bleibt dabei anders als bei einer Pauschalreise beim Urlauber hängen. Er oder sie muss sich bei jedem einzelnen Vertragspartner darum kümmern, dass das Geld erstattet wird.

Was ist, wenn eine Airline den Flug storniert?

Dann gelten die Regelungen der Fluggastrechte-Verordnung der EU. Diese besagt, dass die Fluggesellschaft zum einen den Ticketpreis erstatten muss. Und das eigentlich innerhalb von sieben Tagen, was aber selten geschieht. Zum anderen muss die Airline, sofern der Fluggast bereits am Flughafen ist, diesen versorgen und falls nötig ein Hotelzimmer besorgen. Auch muss ein Ersatzflug in Aussicht gestellt werden, was immer wieder unterlassen wird.

Was bringt aktuell eine Reiserücktrittsversicherung?

Zunächst einmal gar nichts. Diese Versicherungen decken jene Fälle ab, in denen der Reisende etwa wegen einer Erkrankung den Urlaub absagen muss. Allerdings haben viele Reiseunternehmen in Zusammenarbeit mit der Versicherungsbranche spezielle Corona-Schutzpakete geschnürt. Was genau diese abdecken, steht in den entsprechenden Unterlagen. Hier gibt es sehr unterschiedliche Angebote.

Was gilt, wenn ich meinen Urlaub selbst verkürze?

Wird ein Land während eines Urlaubs zum Virusvariantengebiet und der Urlauber will zurück, bevor neue Quarantäne-Vorschriften gelten, hängt vieles von der Kulanz der Vertragspartner ab. Denn die Entscheidung ist eine des Kunden, er hat deshalb per se keine Ansprüche und Rechte. Aber häufig zeigen sich die Reiseveranstalter auch in solchen besonderen Fällen kulant. Bei selbst organisierten Reisen gilt: Jedes Extra, auch ein früherer Rückflug, geht auf die Kosten des Urlaubers.

Mehr: Angst vor der Delta-Variante: Diese Einreiseregeln gelten weltweit

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