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Konjunktur Ifo-Index steigt so stark wie nie zuvor

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft wird deutlich besser. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni gestiegen, die Erwartungen der Unternehmen sind hoch.
24.06.2020 Update: 24.06.2020 - 10:23 Uhr Kommentieren
Der Konsum zieht langsam wieder an. Quelle: imago images/Ralph Peters
Warteschlange in einer Einkaufsstraße von Stuttgart

Der Konsum zieht langsam wieder an.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Berlin So stark wie im Juni ist der Ifo-Geschäftsklimaindex noch nie gestiegen. Die dafür monatlich befragten Unternehmenschefs sähen mit großer Mehrheit „Licht am Ende des Tunnels“, wie Ifo-Präsident Clemens Fuest an diesem Mittwoch sagte. Vor allem die Zukunftserwartungen stiegen deutlich, und das in allen Branchen – sogar in der seit Monaten pessimistischen Industrie.

Konkret stieg der Ifo-Index für Juni von 79,7 auf 86,2 Punkte. Die Einschätzung der Lage verbesserte sich dabei von 78,9 auf 81,3 Punkte. Die Erwartungen machten einen kräftigen Sprung nach oben: von 80,5 auf 91,4 Punkte.

Auch wenn viele Industrieunternehmen ihre aktuelle Lage noch als schlecht bezeichneten: In den nächsten sechs Monaten rechnen sie nun mehrheitlich mit guten Geschäftsaussichten. Auch die Dienstleister, die Händler und sogar der zuletzt leicht schwächelnde Bau äußerten sich mit Blick auf die nahe Zukunft optimistisch.

Seit Mitte Mai hatte sich die düstere Stimmung in der Wirtschaft aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima etwa war vor einem Monat deutlich angestiegen. Ebenso signalisieren aktuell die Umfragen des Instituts IHS-Markit unter Einkaufsmanagern Besserung: Am Dienstag zeigte der entsprechende Index an, dass sich die Konjunkturstimmung in den Unternehmen hierzulande weiter stabilisiert.

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    Die Einkaufsmanager gaben an, dass nicht nur die gelockerten Ausgangssperren, sondern auch ein insgesamt optimistischeres Geschäftsklima für eine Erholung sprächen. Gleichzeitig schwächte sich auch in anderen Ländern der Euro-Zone laut IHS-Markit die Talfahrt den zweiten Monat in Folge spürbar ab.

    Noch nicht ablesbar aus den auf Umfragen beruhenden Frühindikatoren ist, wie sich die jüngsten lokalen Corona-Ausbrüche in Gütersloh, Göttingen und Berlin auf die Zuversicht der Unternehmen auswirken werden. Ökonomen betonten zuletzt einhellig, dass ihre optimistischeren Prognosen darauf basieren, dass es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommt, die flächendeckende Ausgangsbeschränkungen wie im März und April nach sich ziehen würde.

    Ökonomen-Erwartungen zuletzt nicht mehr ganz so düster

    Unter der Voraussetzung, dass lokale Ausbrüche lokal eingedämmt werden können, gehen die großen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihren Sommerprognosen zwar weiterhin von einer tiefen Rezession im zu Ende gehenden zweiten Quartal aus, sie datieren aber den Beginn des Wiederaufschwungs auf Mitte oder Ende Mai, parallel zu den Lockerungen.

    Konkret erwarten sie im zweiten Quartal einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwölf Prozent, nach einem Minus von 2,2 Prozent im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen die Institute, die OECD, die Wirtschaftsweisen, die Bundesregierung und die Bundesbank mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um fünf bis sieben Prozent.

    Die fünf Wirtschaftsweisen etwa rechnen nach ihrer am Dienstag veröffentlichten Prognose mit einem Minus von 6,5 Prozent. Das wäre die tiefste Rezession in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Aber: Vor einem Monat hatten viele Ökonomen noch von einem Absturz für das Gesamtjahr um sieben bis zehn Prozent gesprochen. So pessimistisch fiel zuletzt am 11. Juni recht einsam die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus.

    Unsicherheit über die Kraft des Aufschwungs

    Wie kräftig der Wiederaufschwung wird, darüber herrscht allerdings unter Ökonomen weiterhin große Unsicherheit. Abzulesen ist das an der großen Bandbreite der Wachstumsprognosen für 2021: Sie liegen aktuell zwischen 3,0 und 6,4 Prozent. Einig sind sich die Wissenschaftler aber darin, dass das Bruttoinlandsprodukt erst 2022 wieder das Niveau aus Vor-Corona-Zeiten erreichen dürfte.

    Ihren relativen Optimismus stützten die Ökonomen dabei vor allem auf Jetztzeit-Indikatoren, wie den Lkw-Maut-Index und Mobilitätsdaten von Mobilfunkbetreibern: Sie signalisieren, dass die Wirtschaft im Wortsinn wieder in Bewegung gekommen ist.

    Am Arbeitsmarkt allerdings fehlt bisher der Wiederaufschwung. Das Ifo-Institut schätzt, dass im Mai vermutlich jeder fünfte sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in Kurzarbeit gewesen sein dürfte. Deshalb sagen etwa auch die Wirtschaftsweisen, dass die Erholung Zeit brauchen wird, weil das Arbeitsvolumen und die Erwerbstätigkeit stark gesunken sind.

    Die Wirtschaftsweisen rechnen für 2020 und 2021 jeweils mit einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent. Das sind 1,2 Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie.

    Mehr: Kolumne „Coronomics“ – Peter Bofinger: Die Deutschen müssen keine Angst vor einer Inflation haben

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