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Corona-Pandemie EU deckt sich mit potenziellem Corona-Impfstoff bei Johnson & Johnson ein

Die EU hat 200 Millionen Dosen bei Johnson & Johnson bestellt. Damit sichert sie ihre Versorgung mit potenziellen Corona-Impfstoffen weiter ab.
08.10.2020 - 17:58 Uhr Kommentieren
Johnson & Johnson liegt gegenüber den Konkurrenten Moderna, Biontech und Astra-Zeneca zeitlich etwas zurück. Quelle: AP
Phase-3-Studie

Johnson & Johnson liegt gegenüber den Konkurrenten Moderna, Biontech und Astra-Zeneca zeitlich etwas zurück.

(Foto: AP)

Frankfurt Mit einem weiteren Impfstoff-Deal forciert die Europäische Union ihre Bemühungen zur Versorgung mit potenziellen Covid-19-Impfstoffen. So vereinbarte die EU-Kommission jetzt mit dem US-Konzern Johnson & Johnson die Lieferung von 200 Millionen Einheiten des Impfstoffs, den die J&J-Pharmatochter Janssen aktuell in einer großen Phase-3-Studie testet.

Vereinbart wurde dabei außerdem eine Option für die Lieferung von weiteren 200 Millionen Impfstoffdosen. Johnson & Johnson kündigte zudem an, bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen für Länder mit niedrigeren Einkommen bereitzustellen.

Finanzielle Details zu dem Deal wurden – ebenso wie bei den bisherigen Lieferverträgen – nicht bekanntgegeben. Insgesamt ist es für die EU die dritte feste Liefervereinbarung auf dem Gebiet, nachdem man zuvor bereits entsprechende Vereinbarungen mit der britischen Astra-Zeneca und dem französischen Pharmakonzern Sanofi geschlossen hatte. Diese beiden Firmen sollen im Erfolgsfall jeweils 300 Millionen Einheiten ihrer Vakzine liefern.

Darüber hinaus hat die EU-Kommission Vorgespräche mit den deutschen Biotechfirmen Biontech und Curevac abgeschlossen. Bei Biontech geht es dabei um die mögliche Lieferung von zunächst 200 Millionen Einheiten, bei Curevac um 225 Millionen Dosen. Rechnet man das alles ein, hat sich die EU inzwischen die Lieferung von gut 1,1 Milliarden Impfstoffdosen für ihre Mitgliedsländer gesichert.

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    Die zahlreichen Verträge auf dem Gebiet unterstreichen die starken Bemühungen vieler Länder, sich frühzeitig Impfstoffe zu sichern – auch wenn bisher noch gar nicht klar ist, welche der zahlreichen Forschungsprojekte wirklich erfolgreich sein werden und wie gut die Schutzwirkung von Impfstoffen im Detail sein wird. Neben der EU hat auch bereits eine ganze Reihe weiterer Länder Liefervereinbarungen mit den diversen Impfstoffentwicklern vereinbart. Weltweit dürfte sich das Bestellvolumen für Covid-Impfstoffe auf einen zweistelligen Milliardenbetrag addieren.

    In welchen Bereichen J&J punkten könnte

    Da die Impfstoff-Deals in der Regel zumindest teilweise mit festen Abnahmegarantien verbunden sind, bieten sie den Herstellern eine gewisse Risikoabsicherung für die zum Teil sehr hohen Investitionen in der Produktentwicklung und Produktion. Fast alle Entwickler bauen bereits große Kapazitäten für ihre Impfstoffe auf, obwohl sie bisher nicht sicher sein können, ob und in welchem Umfang sie Zulassungen erhalten.

    Aktuell befinden sich fünf Projekte westlicher Firmen in sogenannten Phase-2/3-Tests, bei der die Impfstoffe an einer relativ großen Zahl von Testpersonen geprüft werden. Neben Johnson & Johnson gehören dazu die US-Biotechfirmen Moderna und Novavax, die britische Astra-Zeneca in Kooperation mit der Universität Oxford und die Mainzer Firma Biontech mit ihrem Allianzpartner Pfizer. Erste Resultate aus diesen Studien werden Ende Oktober erwartet.

    Johnson & Johnson hat eine entsprechende Studie vor gut zwei Wochen gestartet und will insgesamt 60.000 Probanden einbeziehen. Der US-Konzern liegt damit gegenüber den Konkurrenten Moderna, Biontech und Astra-Zeneca zeitlich etwas zurück. Er hofft jedoch, dies durch bessere Produkteigenschaften und eine möglicherweise umfangreichere Datenbasis zu kompensieren.

    Die Advac-Technologie, auf der der Impfstoff des US-Konzerns basiert, hat sich bereits bei einigen anderen Impfstoffprojekten bewährt, so auch bei einem von der EU zugelassenen Impfstoff gegen Ebola. Insgesamt wurden nach Angaben des Konzerns bisher mehr als 100.000 Menschen mit dem Produkt geimpft.

    Zudem erwartet J&J, dass der eigene Impfstoffkandidat bereits mit einer einzigen Injektion eine genügend starke Immunantwort auslösen können wird, während die anderen Projekte durchweg auf eine zweifache Impfung setzen.

    Einen gewissen Vorteil könnte der Impfstoff ferner unter logistischen Gesichtspunkten bieten. So geht das Unternehmen davon aus, dass er bis zu zwei Jahre lang bei minus 20 Grad und für bis zu drei Monate bei zwei bis acht Grad haltbar sein wird. Für einige andere Impfstoffkandidaten, so insbesondere die RNA-Impfstoffe, wie sie Moderna und Biontech entwickeln, sind deutlich niedrigere Lagertemperaturen von bis zu minus 80 Grad erforderlich.

    Mehr: Biontech nimmt Hürde: Erster deutscher Impfstoff geht in den EU-Zulassungsprozess

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