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Covid-19-Vakzin Corona-Impfstoff Sputnik V zeigt in argentinischer Studie robuste Wirkung

Die Studie zeigt, dass schon eine Dosis des russischen Impfstoffs eine hohe Schutzwirkung bietet. Das könnte neue Möglichkeiten für Impfstrategien eröffnen.
15.07.2021 - 13:09 Uhr 1 Kommentar
Die VTB Bank ist kürzlich beim russischen Pharmakonzern Binnopharm eingestiegen, der Corona-Impfstoff produziert. Später will das Institut seinen Anteil dann mit Gewinn wieder verkaufen. Quelle: Reuters
Impfstoff Sputnik V

Die VTB Bank ist kürzlich beim russischen Pharmakonzern Binnopharm eingestiegen, der Corona-Impfstoff produziert. Später will das Institut seinen Anteil dann mit Gewinn wieder verkaufen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V hat in einer Studie bei Gesundheitspersonal in Argentinien eine robuste Immunantwort geliefert. Das zeigen die jetzt in der Fachzeitung „Cell Reports Medicine“ vorgestellten Ergebnisse. Danach haben die Forscher des führenden argentinischen Forschungsinstituts Fundación Instituto Leloir die Immunreaktion bei 288 von insgesamt 200.000 Geimpften überprüft. Dabei hatten 94 Prozent der Geimpften bereits drei Wochen nach Gabe der ersten Dosis hohe Mengen von Antikörpern entwickelt. Wie ein Neutralisationstest zeigte, wurde bei 90 Prozent die Infektion von Zellen verhindert. Das deutet in der Regel auf eine hohe Schutzwirkung hin.

Der russische Impfstoff wird wie die meisten anderen Corona-Impfstoffe in zwei Dosen gegeben. Sputnik V ist wie der Impfstoff von Astra-Zeneca ein Vektorvirus-Impfstoff, bei dem für den Menschen harmlose Viren den Bauplan für das sogenannte Spikeprotein des Coronavirus in den menschlichen Körper transportieren, damit dieser mit einer Immunantwort reagiert.

Die Forscher wollten mit ihrer Untersuchung unter anderem Informationen gewinnen, inwieweit bereits eine einfache Dosis mit Sputnik V für eine ausreichende Immunisierung sorgt. Dann könnte die Gabe einer zweiten Dosis verzögert werden, damit mehr Menschen eine Grundimmunisierung erhalten könnten. Angesichts der begrenzten Impfstoffverfügbarkeit in vielen Ländern und unsicherer Distribution bräuchten die nationalen Gesundheitsbehörden schnell Daten, um ihre Impfstrategien optimieren zu können, so die Forscher.

Die Daten der Studie aus Argentinien deuten darauf hin, dass Menschen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, mit einer einzigen Dosis Sputnik V ausreichend vor einer weiteren Infektion geschützt sein dürften. Zudem sei das Schutzniveau mit der Gabe einer Dosis auch bei nicht Infizierten so hoch, dass die zweite Dosis hinausgezögert werden könnte, so die Forscher. Ein Schutzniveau von mehr als 92 Prozent wird aber erst mit zwei Dosen von Sputnik V erreicht, wie vergangene Studien gezeigt hätten. In weiteren Studien muss nun unter anderem noch geklärt werden, wie lange die Schutzwirkung andauert.

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    Argentinien war das erste große Land nach Russland, das auf den russischen Impfstoff Sputnik V setzte und ihn bereits im vergangenen Dezember zuließ. Mittlerweile ist der russische Impfstoff in mehr als 65 Ländern zugelassen worden, allerdings nicht in den USA und der Europäischen Union. Vielfach waren Zweifel an den Studiendaten des russischen Impfstoffs geäußert worden. Wissenschaftler hatten kritisiert, dass das russische Gamaleya-Institut, das den Impfstoff entwickelt hatte, keinen Zugang zu den Rohdaten der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie gegeben hatte, deren Ergebnisse im Februar in der Fachzeitung „The Lancet“ veröffentlicht wurden.

    Bisher keine Berichte über Nebenwirkungen wie Blutgerinnsel

    Die Europäische Arzneimittelagentur hatte mit dem Prüfverfahren für den russischen Impfstoff im März begonnen. Aber noch sind die Daten unvollständig: Es fehlen sowohl klinische Daten als auch solche aus der Produktion. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wird die Überprüfung des Impfstoffs wohl nicht vor Ende des Sommers abgeschlossen sein. In der EU impfen bereits Ungarn und die Slowakei ihre Bevölkerung auch mit dem russischen Corona-Impfstoff.

    Nach einem Anfang Juli in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlichten Bericht zeigt der Impfstoff bei der breiten Anwendung in verschiedenen Ländern offenbar einen guten Schutz vor einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus. Zudem gab es bisher auch noch keine Berichte über seltene Nebenwirkungen wie Blutgerinnsel in der Sinusvene im Gehirn, wie sie nach Impfungen mit den Vektorimpfstoffen von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson aufgetreten sind. In Russland, Serbien und Argentinien ist der Impfstoff mittlerweile millionenfach verimpft worden.

    Laut „Nature“ warnen aber verschiedene Wissenschaftler bei der Europäischen Arzneimittelagentur und der Weltgesundheitsorganisation, dass solch eine Nebenwirkung in diesen Ländern möglicherweise übersehen wurde, da das Monitoring der Gesundheit der Menschen nach der Impfung nicht so engmaschig ablaufe wie in der EU, dem Vereinigten Königreich oder den USA.

    Mehr: Russland geht mit Sputnik V in die Offensive – doch Europa blockt ab

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    1 Kommentar zu "Covid-19-Vakzin: Corona-Impfstoff Sputnik V zeigt in argentinischer Studie robuste Wirkung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • This article is a good read but it lacks the whole political background on Sputnik in Argentina and the extremly poor management of the COVID pandemic. Argentina selected the Sputnik V because the current government wasn´t capable of negotiating with Pfizer. They also share similar political ideologies as Russia. In the meantime, Russia did not fulfill the commitments made to Argentina and they never delivered enough dosis of the Sputnik V (in particular the second dosis). Therefore the local government is doing everything in their power to "justify themselves" for the poor management of the pandemic. As background: Argentina reached today 100k deads and it is clear that 1 dosis of any vaccination is not enough to protect the society. Perhaps the Sputnik itself turns out to be secured and reliable, but no government can try to justify that "one dosis" is enough.

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