Infineon und NXP: Chiphersteller entwickeln Schutz gegen Quantencomputer
Mit ihren enormen Rechenkapazitäten könnten die Systeme künftig auch komplexe Verschlüsselungen knacken.
Foto: dpa (2), GettyMünchen. Den Ausweis aufs Lesegerät legen und kurz in die Kamera blicken: Nach ein paar Sekunden öffnet sich die Schranke. Die automatisierte Passkontrolle ist seit Jahren Standard an vielen Flughäfen weltweit.
Damit das komfortable Reisen auch künftig möglich ist, hat der Chiphersteller Infineon jüngst mit Partnern einen besonderen Pass vorgestellt. Dessen Chips sind mit einem quantensicheren Verschlüsselungsverfahren versehen, bieten also Schutz gegen Angriffe von Quantencomputern.
Es ist eine Weltneuheit – und jagt einem eine kleine Gänsehaut über den Rücken. Der Chip ist ein Blick in die Zukunft: Noch befinden sich Quantencomputer im Entwicklungsstadium, aber ihre Rechenkapazitäten könnten eines Tages Supercomputer wie Spielzeug aussehen lassen. Es könne „schon in sechs Monaten oder erst in sechs Jahren so weit sein“, sagt Vivek Mahajan, Technikvorstand des IT-Konzerns Fujitsu.
Quantencomputer: Gefahr für Kryptowährung und Staatsgeheimnisse
Das hätte dramatische Folgen. „Sie sind in der Lage, die derzeitigen Schlüssel zu knacken, die für den Datenaustausch verwendet werden“, sagt Eric Mounier vom Marktforscher Yole. Kryptowährungen könnten ebenso kompromittiert werden wie vertrauliche Chats oder Staatsgeheimnisse. „Die voranschreitende Entwicklung von Quantencomputern bedroht nahezu alle der heute eingesetzten kryptografischen Verfahren“, warnen die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit.