Insight Innovation: Ein-Mann-Kult, Kurssturz, Manager-Flucht: Wie der Großinvestor Softbank um Vertrauen ringt
Softbank gilt als „Königsmacher“, der aus Start-ups Weltunternehmen macht.
Foto: Klawe Rzeczy, Getty [M]Berlin, Tokio, London, New York. „Stopp, Stopp, Stopp!“ Weit kamen David Nothacker und Nicolaus Schefenacker bei ihrer Präsentation in Tokio nicht. Dabei hatte Softbank sie extra einbestellt, um die junge Digitalspedition Sennder kennenzulernen.
Die Gründer wollten aus Tausenden Miniunternehmen mit weniger als zehn Lastkraftwagen eine digitalorganisierte Megaflotte für Großhändler wie Amazon aufbauen – und sie hatten gerade den großen Facebook-Investor Accel gewonnen. Das interessierte Softbank-Gründer Masayoshi Son. Doch schon nach einer Folie unterbrach er sie: „Jungs, so geht das nicht.“
Dann zeigte Son den Gründern, wie er das Geschäft aufziehen würde. „Er hat uns vorgerechnet, dass wir in etwa zwei Jahren 60 Prozent des Marktes erobern müssen und 300 Millionen Dollar brauchen“, sagt Sennder-Chef Nothacker – zehnmal so viel, wie sie gerade eingesammelt hatten.
Noch am selben Tag im Frühjahr 2019 sollte Softbank ihnen das Angebot über diese Summe unterbreiten. Masayoshi Son wollte Sennder zum Teil seiner Informationsrevolution machen, die er als sein Kerngeschäft betrachtet. Er will sämtliche Sektoren umzuwälzen: Logistik, Finanzindustrie, Gesundheitssektor.