Software-Projekt: Vorstoß in neue Geschäftsfelder: Volkswagen steigt in die Verkehrsanalyse ein
In Carmel, einer Stadt im Mittleren Westen der USA, zählt und analysiert die Software nun seit zwei Wochen mit Kameras an Straßen, Kreuzungen und Kreisverkehren den Verkehr.
Foto: VolkswagenSan Francisco. Autohersteller wie VW stoßen im Zuge des Wandels hin zu Digitalkonzernen zunehmend in Bereiche vor, die mit der Produktion von Karosserien oder Motoren gar nichts mehr zu tun haben. „Das Thema Software ist für die Automobilindustrie in Summe die größere Herausforderung“, sagte VW-Chef Herbert Diess kürzlich dem Handelsblatt.
Diese Herausforderung eröffnet aber auch neue Möglichkeiten: So arbeitet der zweitgrößte Autobauer der Welt mit der 100.000-Einwohner-Stadt Carmel im US-Bundesstaat Indiana zusammen, um mit seiner Software den dortigen Verkehr zu analysieren – ein Geschäft, das bislang ganz andere Technologiekonzerne bedienen.
Trotzdem sagt Markus Zarbock: „Das Feld ist gar nicht so neu für uns.“ Zarbock ist Technikchef bei VWs „Smart Production Lab“. Die Einheit in Wolfsburg mit rund 25 Softwareentwicklern beschäftigt sich mit intelligenter Robotik und Software in der Produktion. Sie hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren eine Bilderkennungssoftware geschrieben, die VW bei der Logistik und Qualitätskontrolle in seinen Werken einsetzt.
Sie hilft Kameras in der Produktion zu erkennen, ob eine Materiallieferung alle bestellten Kisten enthält, die Qualität stimmt oder ob an einem fertigen Scania-Lkw das metallene Logo an der Front verrutscht ist. „Das nachträglich zu korrigieren kostet“, sagt Neil Coghlan, der für VWs schwedische Lkw-Tochter arbeitet und am Carmel-Projekt mitarbeitet. Die Software erkennt die Abweichung dagegen sofort.