Bilanzcheck: Strategieschwenk kommt SAP teuer zu stehen – die Stärken und Schwächen der Bilanz
Der Blick auf den Geschäftsbericht zeigt, dass der Softwarehersteller trotz der hohen Investitionen in den nächsten Jahren ein kerngesundes Unternehmen ist.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Zwischen Euphorie und Panik lagen nur wenige Wochen. Während der Aktienkurs von SAP noch im September 2020 auf ein Allzeithoch von fast 143 Euro gestiegen war, fiel er Ende Oktober bis auf 91 Euro. Mit einer Senkung der Prognose und einer teuren Neuausrichtung bereitete das Management um Vorstandschef Christian Klein den Investoren eine unliebsame Überraschung.
Mittlerweile notiert der Kurs mit rund 115 Euro wieder deutlich höher. „Für uns Investoren bleibt aber die Frage: Wie schnell bekommt SAP die Veränderungen des Geschäftsmodells hin?“, sagt Markus Golinski, Portfoliomanager bei Union Investment. Wenn der Softwarehersteller am 12. Mai zur Hauptversammlung lädt, dürfte es wohl das große Thema sein.
Der Blick auf den Geschäftsbericht für 2020 zeigt, dass SAP trotz der hohen Investitionen in den nächsten Jahren ein kerngesundes Unternehmen ist – und zudem eines, das Aktionären zuverlässige Ausschüttungen bietet: Der Vorstand schlägt eine Erhöhung der Dividende um 20 Prozent auf 1,85 Euro vor.
Allerdings gibt es Risiken. SAP hat sich fürs Cloud-Geschäft ehrgeizige Ziele gesetzt, die keine Pannen erlauben: Um den Erlös bis 2025 auf währungsbereinigt 22 Milliarden Euro zu steigern, wie es der mittelfristige Ausblick vorsieht, ist ein durchschnittliches Wachstum von 22 Prozent erforderlich.