Elektroauto: Bosch liefert moderne Stromspar-Chips zuerst an China
Stuttgart, München. Der weltgrößte Autozulieferer reüssiert als Halbleiterhersteller: In China hat Bosch renommierte Abnehmer für seine Stromsparchips aus Siliziumkarbid (SiC) gewonnen. „Der weltgrößte Elektroautohersteller BYD fährt mit unseren SiC-Chips, auch Great Wall Motors ist bereits unser Kunde“, sagte der für dieses Geschäft zuständige Bereichsvorstand, Michael Budde, dem Handelsblatt. Es ist das erste Mal, dass sich ein hochrangiger Bosch-Manager zu den Kunden auf diesem Wachstumsfeld äußert.
Bosch hat als einziger großer Autozulieferer seit 60 Jahren den Ehrgeiz, Chips und Sensoren selbst zu bauen. Der lange Atem scheint sich jetzt auszuzahlen. Denn das Kerngeschäft mit Fahrzeugteilen wird immer schwieriger, auch Konkurrenten wie Continental und ZF haben schwer zu kämpfen. Halbleiter für die Autoindustrie und speziell SiC-Chips sind hingegen gefragt wie nie.
Besonders bemerkenswert: Den Stuttgartern gelingt es, sich gegen führende Autochiphersteller wie Infineon und STMicroelectronics durchzusetzen - und gleichzeitig die aufstrebende chinesische Konkurrenz auf Abstand zu halten.
Bosch baut die SiC-Fertigung massiv aus
SiC-Chips elektrisieren derzeit sowohl die Halbleiterhersteller als auch die Autokonzerne. Denn sie verbrauchen weniger Energie als Chips aus Silizium und erlauben daher größere Reichweiten von Elektroautos und ein schnelleres Laden der Batterie. Noch sind sie allerdings teurer.