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GamingbrancheActivision Blizzard, EA, Zynga: Videospiel-Boom hält trotz Lockdown-Ende an

Obwohl die meisten Menschen einen Sommer ohne Lockdowns genießen konnten, hat die Gamingbranche ihre Umsätze gesteigert. Bei den anstehenden Investitionen dürfte das helfen.Kevin Knitterscheidt 09.11.2021 - 12:32 Uhr Artikel anhören

Das Wachstum in der Gamingbranche hält auch nach dem Ende der Lockdowns an.

Foto: dpa

San Francisco. Mit dem Videospielentwickler Zynga hat am Montagnachmittag (Ortszeit) derjenige Branchenvertreter seine Zahlen vorgelegt, der dem weitgehenden Ende der Lockdowns weltweit wohl am gelassensten entgegensehen konnte. Denn der Konzern entwickelt vornehmlich mobile Spiele wie Farmville oder Word With Friends, die sich auf dem Handy und damit sowohl drinnen als auch draußen spielen lassen.

Dennoch hatte Zynga im Vergleich zum Vorquartal einen leichten Rückgang der täglich aktiven Nutzer („Daily Active Users“, DAU) zu verzeichnen: Statt mit 41 Millionen DAUs beendete der Konzern das Quartal mit 38 Millionen DAUs. Es ist der erste Rückgang seit dem Ausbruch der Pandemie zu Beginn des vergangenen Jahres.

Bernard Kim, President of Publishing bei Zynga, erklärt den Rückgang im Gespräch mit dem Handelsblatt mit den außergewöhnlich starken Nutzerzahlen während der Zeit, als viele Menschen zu Hause bleiben mussten. „Wir sehen eine gewisse Normalisierung“, so Kim. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Zynga bei den DAUs dennoch um 21 Prozent zugelegt.

Obwohl es kaum Länder gibt, in denen noch umfangreichere Lockdownmaßnahmen gelten, ist das langfristige Wachstum bei den Gamingkonzernen ungebrochen. 40 Prozent mehr Umsatz bei Zynga, immerhin noch sechs Prozent beim Videospielpublisher Activision Blizzard, gar 58 Prozent beim Konkurrenten Electronic Arts: Von einem Post-Corona-Blues ist in der Branche nichts zu spüren.

Den Rückenwind können die Firmen allerdings auch gut gebrauchen. Denn nachdem der mittlerweile in Meta umbenannte Facebook-Konzern vage angekündigt hat, ein sogenanntes „Metaverse“ entwickeln zu wollen, mit dem das Internet mithilfe von Geräten wie VR-Brillen um eine virtuelle Realität (VR) erweitert wird, herrscht in der Branche rege Betriebsamkeit. Es stehen Investitionen an.

Metaverse als Chance

Denn sollte der Plan von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eines Tages Realität werden, dürften Videospiele zu den ersten breiten Anwendungsfeldern gehören. Schon heute werden einzelne Videospiele speziell für den Einsatz von VR-Geräten entwickelt – auch wenn die Verbreitung bislang nicht mit der etwa von Konsolen oder Gaming-PCs vergleichbar ist.

Kim sieht dennoch große Chancen für seine Branche. „Wir haben mit Matt Wolf kürzlich einen hochrangigen Manager für Blockchain-Gaming eingestellt“, so der Zynga-Manager. Dabei kann sich der Konzern, der seine Spiele teils auch über Facebook anbietet, auch mit Meta eine Zusammenarbeit in Sachen Metaverse vorstellen. „Wir prüfen auf jeden Fall unsere Optionen.“

Dabei scheint Zynga sich offenbar vor allem zunächst auf virtuelle Gegenstände zu konzentrieren. Denn mit der Blockchain-Technologie, die etwa auch bei der Digitalwährung Bitcoin oder sogenannten Non-Fungible Tokens (NFTs) zum Einsatz kommt, soll sichergestellt werden, dass bestimmte digitale Gegenstände im Metaverse, wie etwa Kleidung oder digitale Kunststücke, nicht beliebig vervielfältigt werden können.

Große Investitionen

Auch Marktbeobachter wie John Patrick Lee vom ETF-Fondshaus Van Eck sind der Meinung, dass in dem Konzept die Zukunft von Videospielen liegt. „Jede Spielefirma, die ernsthaft die Zukunft ihrer Angebote beurteilt und wie Spieler Spiele spielen, denkt über das Metaverse nach“, sagte der Manager der Nachrichtenagentur Reuters.

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Auch Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick ließ im Mai optimistisch verlauten, ein Metaverse ähnlich wie im Science-Fiction-Film „Ready Player One“, bei dem Menschen aus entfernten Orten in einer virtuellen Realität zusammenkommen, werde es geben. Allerdings ist unklar, inwieweit die Unternehmen dabei die Vorstellungen von Meta-Chef Zuckerberg teilen – oder nicht vielmehr ein Metaverse meinen, das sie selbst als Plattform entwickeln.

So will etwa auch der Spiele-Entwickler Epic Games, der etwa den Kassenschlager Fortnite im Programm hat, ein eigenes Metaverse entwickeln – und hat dafür im Frühjahr bereits eine Milliarde US-Dollar Wagniskapital eingesammelt, unter anderem vom Unterhaltungselektronikhersteller Sony. Im Vergleich zu Meta ist die angekündigte Summe allerdings eher klein: Allein im laufenden Jahr will der Zuckerberg-Konzern zehn Milliarden US-Dollar in die Entwicklung stecken – und seine Investitionen noch steigern.

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