Hacker: Daten-Fehler, die Sie Ihre Karriere kosten können
Berlin, Düsseldorf. Ein Brigadegeneral greift in Singapur zum Handy, um sich in eine Konferenzschalte einzuwählen. Russische Agenten schneiden kurz darauf mit, wie vier Offiziere der Bundeswehr die technischen Möglichkeiten des Marschflugkörpers Taurus diskutieren. Die Spionageaffäre, die Deutschland seit einer Woche beschäftigt, hat laut Verteidigungsminister Boris Pistorius mit einem „individuellen Anwendungsfehler“ begonnen.
Jenseits der Peinlichkeit für den Betroffenen hat der Fall die Diskussion über die Cybersicherheit neu angefacht. Viele Führungskräfte stellen sich in diesen Tagen die Frage: Wenn es selbst der Bundeswehr nicht gelingt, Staatsgeheimnisse wirksam abzuschirmen, wie soll ich meine Organisation gegen Internetkriminelle und Industriespionage sichern? Das Handelsblatt beschreibt fünf Fehler in Sachen Datensicherheit, die Karrieren beenden und Unternehmen ruinieren können.
Fehler eins: Sich für zu unwichtig halten
Eine Woche im Februar 2024: Hacker legen das Wasserwerk in Fritzlar-Homberg lahm. In Hannover erwischt es die Hörgerätekette Kind. Und während eine Erpresserbande in Rumänien 26 Krankenhäuser mit Ransomware infiziert, wird in Kanada ein Datenleck beim Pipelinebetreiber Trans-Northern bekannt.
Die Schlagzeilen lassen ein gigantisches Problem erahnen: 72 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben binnen eines Jahres einen Cyberangriff verzeichnet, weitere acht Prozent vermuten dies, ohne es zweifelsfrei belegen zu können.