Halbleiter: Vier Gründe, warum ein Ende des Chipmangels in Sicht ist
Kapazitätsausweitung, mehr Effizienz: Experten sehen erste Anzeichen einer Verbesserung 2022.
Foto: HandelsblattMünchen, Düsseldorf. Liefertermin Herbst 2023: Auf manche Chips muss Rainer Koppitz zwei Jahre warten. Die Halbleiterhersteller kommen nicht annähernd mit der Produktion nach. „Die Auftragsbücher sind randvoll, trotzdem haben wir immer wieder Kurzarbeit“, ärgert sich der Vorstandsvorsitzende der Elektronikfirma Katek. „In allen Geschäftsfeldern machen wir zwischen 10 und 30 Prozent weniger Umsatz, weil die Chips fehlen.“
Allerdings ist der Manager überzeugt, dass er die begehrten Bauteile schon bald wieder bekommen wird. Vom ersten Quartal kommenden Jahres an werde sich die Versorgung mit Halbleitern deutlich verbessern. Koppitz, der 2600 Mitarbeiter beschäftigt, steht in täglichem Kontakt mit den Chipkonzernen und kennt deren Kapazitätsplanungen.
Immer mehr Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Aussichten je nach Branche und Produkt 2022 schrittweise normalisieren. Dafür gibt es vier Gründe:
1. Neue Fabriken
Eine der Ursachen für den Optimismus: Es werden mehr Chips hergestellt – und das Phänomen der Überbestellung verschwindet. Wer 100.000 Chips benötige, der bestelle derzeit 300.000, sagt Katek-Chef Koppitz – in der Hoffnung, wenigstens einen Teil des Auftrags geliefert zu bekommen. Das sollte sich aber Anfang nächsten Jahres ändern. „Sobald die Bezieher der Bauteile merken, dass es Entspannung gibt, werden überhöhte Lagerbestände zurückgefahren, und aufgeblähte Odermengen gehen auf Normalmaß zurück“, prophezeit der Manager.