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MobilfunkTelefónica überholt Vodafone - „Dommermuth-Effekt“

Der Netzbetreiber hat im vergangenen Jahr zugelegt. Bei den wichtigen Serviceumsätzen im Mobilfunk liegt O2 in Deutschland vor Vodafone .Stephan Scheuer 19.02.2020 - 10:25 Uhr

Im abgelaufenen Quartal konnte das Unternehmen die Umsätze im Jahresvergleich um 0,8 Prozent auf 1.341 Milliarden Euro steigern.

Foto: dpa

Düsseldorf. Telefónica Deutschland war lange Zeit das Sorgenkind in der deutschen Mobilfunkbranche. Bis heute hat der Betreiber das schwächste Netz hierzulande. Aber die deutsche Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns kann aufholen. Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen, der unter der Marke O2 auftritt, seinem Umsatz 1,1 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.

Zudem konnte die Firma mit 1,5 Millionen neuen Vertragskunden so viele Anschlüsse wie nie seit der Übernahme von E-Plus vor mehr als fünf Jahren gewinnen. Entsprechend positiv zeigte sich Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas bei der Vorstellung der Quartalszahlen. „Wir haben geliefert“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit Journalisten.

Die Entwicklung schlägt sich auch in der wichtigen Größe der Serviceumsätze im Mobilfunk nieder. Im abgelaufenen Quartal konnte Telefónica die Umsätze im Jahresvergleich um 0,8 Prozent auf 1,341 Milliarden Euro steigern.

Damit liegt Telefónica zwar hinter der Deutschen Telekom, aber vor dem Rivalen Vodafone. Die wichtige Kerngröße der Serviceumsätze im Mobilfunk gingen im abgelaufenen Quartal im Jahresvergleich leicht von 1,299 Milliarden Euro auf 1,273 Milliarden zurück. Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom lag im abgelaufenen Quartal bei 1,557 Milliarden Euro was einem Anstieg um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Vodafone feierte sich als „größter Mobilfunkanbieter Deutschlands“ und versuchte diese Aussage mit 50 Millionen SIM-Karten im Netz zu belegen. Vodafone weist in dieser Zahl jedoch nicht nur menschliche Kunden, sondern auch SIM-Karten in Geräten aus – zum Beispiel in vernetzten Kaffeemaschinen.

In der viel wichtigeren Kennzahl der Mobilfunkkunden musste Vodafone einen Rückgang um 2,6 Prozent auf 29,642 Millionen im vergangenen Quartal hinnehmen.

Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung sitzt weder in der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf noch beim Hauptquartier von Telefónica in München, sondern in Montabaur. Dort hat United Internet (1&1, GMX, web.de) seinen Hauptsitz. Der Anbieter hat knapp zehn Millionen Mobilfunkkunden, aber kein eigenes Netz.

Gründer Ralph Dommermuth mietet dafür Kapazitäten bei Telefónica und Vodafone an. Aufgrund der Übernahme von E-Plus durch Telefónica bekommt United Internet einen von den Wettbewerbshütern in Brüssel geregelten Zugang zum Netz der Münchener. Bei Vodafone muss er frei aushandeln. Und diese Verhandlungen liefen im vergangenen Jahr über lange Zeit schwierig, wie das Handelsblatt erfuhr.

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Daraufhin begann Ralph Dommermuth, viele Kunden von Vodafone auf das Netz von Telefónica zu migrieren. Wie viele genau, ist nicht klar. Keines der Unternehmen schlüsselt auf, wie viele der zehn Millionen United-Internet-Kunden letztlich das Netz von Telefónica oder das Netz von Vodafone nutzen. Aber Insider bestätigten dem Handelsblatt, dass der Effekt der Migration von United Internet Vodafone belastet, während der Telefónica nutzt. In Branchenkreise war die Rede von einem „Dommermuth-Effekt“.

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