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Mobilfunkmarkt Deutsche Telekom holt bessere Bedingungen für US-Übernahme heraus

Nach der Fusion von T-Mobile und Sprint wird die Telekom mehr Anteile halten. Sprint-Hauptaktionär Softbank gibt zusätzliche Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar ab.
21.02.2020 Update: 21.02.2020 - 05:52 Uhr Kommentieren
Eine Filiale von T-Mobile am Times Square in New York: Die Telekom-Tochter gewinnt weiter rasant Kunden. Quelle: dpa
T-Mobile

Eine Filiale von T-Mobile am Times Square in New York: Die Telekom-Tochter gewinnt weiter rasant Kunden.

(Foto: dpa)

New York, Tokio Die Deutsche Telekom kann in den USA den nächsten Erfolg verbuchen. Der Telekommunikationskonzern hat die Konditionen für die Fusion seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile mit dem Konkurrenten Sprint neu verhandelt. Damit erhalten die Deutschen von Sprint-Hauptaktionär Softbank zusätzliche Anteile im Wert von derzeit fünf Milliarden Dollar.

Die Nachricht fällt mitten in den Endspurt um die seit zwei Jahren angestrebte Fusion von T-Mobile und Sprint. Grund für das Entgegenkommen von Softbank ist das zuletzt schwächelnde Geschäft bei Sprint. Während T-Mobile weiterhin rasant Kunden gewinnt und den Umsatz steigert, läuft das Geschäft von Sprint seit Bekanntgabe der Fusion immer schlechter. Die Telekom hat diese Lage ausgenutzt, um neu zu verhandeln.

Statt 9,75 Sprint-Aktien pro T-Mobile-Aktie wird das Tauschverhältnis nun bei elf Sprint-Aktien pro T-Mobile-Aktie liegen. Damit gibt Softbank knapp 49 Millionen T-Mobile-Aktien ab, die dem japanischen Investor nach den ursprünglichen Konditionen zugestanden hätten. Das entspricht nach dem Schlusskurs vom Donnerstag einem Wert von rund fünf Milliarden Dollar.

Wenn die Fusion abgeschlossen ist, würde die Telekom nun 43 Prozent der Anteile des fusionierten Unternehmens halten und Softbank 24 Prozent. Die restlichen 33 Prozent sollen an der Börse gehandelt werden.

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    „Mit dem heutigen Abkommen widmen wir nun unsere Aufmerksamkeit dem Ziel, diese Transaktion abzuschließen und mit der neuen T-Mobile bereits am 1. April zu starten“, sagte der designierte Vorstandsvorsitzende Mike Sievert.

    Auch bei den Softbank-Aktionären kam das Ergebnis gut an, obwohl die Japaner Zugeständnisse machen mussten. Der Aktienkurs stieg im Morgenhandel zwischenzeitlich um 3,3 Prozent. Der neue Kompromiss hat nun auch die letzten verbliebenen Zweifel über die Zukunft der Fusion ausgeräumt.

    Für Softbank ist dies ein wichtiger Schritt, auf den Unternehmensgründer Masayoshi Son seit seinem teuren Einstieg bei Sprint gewartet hatte. Sons Plan war immer eine Fusion mit einem Rivalen. Letztlich musste er zwar froh sein, als Juniorpartner in den Bund zu ziehen. Aber Softbank wird so endlich Sprints Schulden aus der Bilanz los – und vor allem das Risiko, dass sich der Mobilfunkanbieter ohne Partner vollends zum Sanierungsfall entwickelt hätte.

    Gericht lehnte Klage von mehreren Bundestaaten ab

    Erst vor wenigen Wochen hatte ein New Yorker Gericht eine Klage von mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gegen die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion von T-Mobile und Sprint abgelehnt. Auch die zuständigen Kartellbehörden und die Telekommunikationsaufsicht haben ihr Okay unter Auflagen gegeben.

    Zwei Hürden stehen jedoch noch aus: Es fehlt noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde für öffentliche Versorgungsunternehmen in Kalifornien sowie die richterliche Genehmigung der Entscheidung der Kartellbehörde, der so genannte 'Tunney Act'. Das ist ein Gesetz, wonach ein Gericht das Okay für die Entscheidungen der Wettbewerbsaufsicht im Justizministerium geben muss.

    Im Fall von T-Mobile und Sprint waren mit der Genehmigung der Fusion erhebliche Auflagen verbunden: Damit die Verbraucher auch weiterhin zwischen vier Mobilfunkanbietern wählen können, muss Sprint seine Prepaid-Lizenzen an den Fernseh-Satelliten-Betreiber Dish abgeben. Dish bekommt außerdem günstigen Zugang zum Netz der neuen T-Mobile. So soll Dish in der Lage sein, einen schlagkräftigen Wettbewerber aufzubauen.

    Die Zustimmung des Gerichts gilt so gut wie sicher. Etwas unklarer ist die Lage bei der Zustimmung der Aufsichtsbehörde für öffentliche Versorgungsunternehmen in Kalifornien, der California Public Utilities Commission (CPUC).

    Wie ein CPUC-Sprecher bestätigte, haben T-Mobile und Sprint um eine Entscheidung bis zum 1. April gebeten. Das hat die Behörde bisher noch nicht entschieden. Bislang hatte die Behörde mitgeteilt, dass die Entscheidung voraussichtlich im späten Frühjahr fallen werde, was Juni bedeuten könnte.

    Die CPUC muss darüber entscheiden, ob die Übertragung der Kontrolle von Sprint auf T-Mobile gut für die kalifornischen Verbraucher ist. Sie kann die Fusion nicht komplett stoppen. Aber sie könnte ihre Genehmigung durchaus an bestimmte Konditionen in dem wichtigen Bundesstaat Kalifornien binden. Je nachdem, welche Konditionen das sind, könnte das eine Übernahme unattraktiv machen.

    Derzeit befinde man sich noch in der Phase der Zeugenvernehmung, sagte der Sprecher der CPUC. Damit wird die Zeit langsam knapp für den 1. April: Wenn der zuständige Commissioner Clifford Rechtschaffen und der zuständige Richter Karl Bemesderfer ihre Entscheidung veröffentlichen, müssen weitere 30 Tage vergehen, damit sich die Parteien äußern können. Erst danach wird die fünfköpfige Kommission zusammenkommen und darüber abstimmen.

    Mehr: Die Deutsche Telekom hat bei der Fusion in den USA gezockt und gewonnen – eine große Leistung. Ein Kommentar.

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