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Kommentar Telekom-Chef Höttges kann den Konzern zu einem der Weltmarktführer machen

Der Konzern steht so gut da wie noch nie. Jetzt kann CEO Höttges seinen Übergang meistern – und die Telekom zu einem Konzern mit Weltrang machen.
20.02.2020 - 15:23 Uhr Kommentieren
Gelingt das große Experiment in den USA, wird eine völlig veränderte Telekom entstehen. Quelle: Imago
Telekom-Chef Timotheus Höttges

Gelingt das große Experiment in den USA, wird eine völlig veränderte Telekom entstehen.

(Foto: Imago)

Telekom-Chef Timotheus Höttges hat allen Grund zum Feiern. Nach gut sechs Jahren auf dem Chefposten steht der Bonner Dax-Konzern so gut da wie noch nie. Umsatz und Ergebnis sind auf Rekordhoch. In den USA steht die Megafusion mit Sprint vor dem Durchbruch. Und die größten Probleme in den europäischen Landesgesellschaften sind gelöst.

Die Telekom-Tochter in den Niederlanden ist von einem Sorgenkind zu einem Vorbild geworden. Dort hat die Telekom das beste Mobilfunknetz Europas aufgebaut. Als Nächstes muss Höttges den Übergang meistern. Bei der Bilanzvorlage am Mittwoch machte der CEO deutlich, dass er die Fusion in den USA kurz vor dem Ziel sieht.

Der Zusammenschluss von T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint wird über einen 26 Milliarden Dollar schweren Aktientausch abgewickelt. Das vereinigte Unternehmen würde es nach aktuellem Stand auf 140 Millionen Kunden bringen. Damit wäre die Deutsche Telekom auf einen Schlag auf dem gleichen Level wie die bisherigen Marktführer AT&T mit 150 Millionen Kunden und Verizon mit 140 Millionen Kunden.

Bisher dominierte vor allem die aggressive Strategie von T-Mobile den amerikanischen Markt. Die Firma konnte unter CEO John Legere Quartal für Quartal mehr als eine Million neue Kunden gewinnen. Setzt sich der Trend fort, wäre eine Marktführerschaft in den USA in greifbarer Nähe.

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    Diese Wachstumsperspektive könnte sich auch an der Börse niederschlagen und dort einen seit Jahren andauernden Makel beseitigen. Einst wurde die Telekom als Volksaktie gefeiert. Vom großen Crash im Jahr 2000 hat sie sich jedoch nie richtig erholt. Heute stellt sich die Frage, ob die Telekom nicht anders bewertet werden müsste.

    Grafik

    Telekommunikationsfirmen haben traditionell einen schweren Stand bei Anlegern. Ihr Geschäft gilt eher als träge im Vergleich zu agilen Softwareunternehmen, die ihre Produkte schnell skalieren können. Das Bauen von Netzen braucht Zeit und ist teuer.

    Dennoch liegt der Netzbetreiber AT&T in den USA bei einer Marktkapitalisierung von 276 Milliarden Dollar. Verizon bringt es auf 241 Milliarden Dollar. T-Mobile und Sprint liegen zusammengelegt laut Berechnungen der Telekom bei 120 Milliarden Dollar.

    Die Lücke von 120 Milliarden Dollar will Höttges schließen. Das ist ambitioniert. Aber es wäre machbar. Und es würde die Konzernmutter Deutsche Telekom in die Riege der Weltkonzerne heben. Dafür muss die Telekom jedoch in den USA eine ganze Reihe von Aufgaben meistern.

    Die Integration von Sprint dürfte sehr aufwendig werden. Tausende Mobilfunkmasten müssen abgeschaltet oder getauscht werden. Millionen von Kunden müssen auf den neuen Anbieter wechseln. Dabei wird es einige Sprint-Kunden geben, die neue Smartphones brauchen, weil ihre aktuellen Geräte nicht mit dem neuen Netz funktionieren werden.

    Und dann muss das neue T-Mobile US sich deutlich stärker auf Geschäftskunden fokussieren. AT&T und Verizon sind so stark, weil sie schon lange im Markt sind. Sie haben viele lukrative Altverträge mit Kunden. Das macht ihr Geschäft so profitabel. Davon kann T-Mobile derzeit nur träumen, denn die Kunden konnten oft nur mit Kampfpreisen gewonnen werden.

    Die Phase der Integration wird hart werden

    Gleichzeitig haben AT&T und Verizon im Gegensatz zu T-Mobile ein lange aufgebautes Festnetz. Der Telekom-Tochter konnte zwar mit Mobilfunkmasten die USA erschließen. Tausende Kilometer an Netzen zu den Häusern von Kunden werden sie aber nicht aufholen.

    T-Mobile setzt auf eine Lösung für Haushalte, die auf Mobilfunk aufbaut. Aber die Firma muss erst noch zeigen, dass das auch langfristig funktioniert. Die Phase der Integration wird hart werden, das ist heute schon klar. In dieser Zeit dürfte die Profitabilität weiter zurückgehen.

    Und es ist nicht klar, ob es T-Mobile als Angreifer gelingt, ein langfristig so lukratives Geschäftsmodell wie AT&T und Verizon aufzubauen. Die Chance dazu war aber noch nie so gut wie heute. Den Fokus auf die USA wird die Telekom ebenfalls in Europa spüren.

    Mit Sprint übernimmt der Konzern auch einige Schulden. Wie viele es genau sind, weiß die Telekom heute noch nicht, weil sie keinen umfassenden Blick in die Bücher des Rivalen hat, räumte Finanzchef Christian Illek ein. Um den Schuldenberg zu senken, deuten die Telekom-Manager einen Verkauf oder Teilverkauf ihres Funkturm-Geschäftes und der Landesgesellschaft in den Niederlanden an.

    Doch das könnte unter Umständen nicht reichen. Vielleicht wird sich die Telekom von weiteren Bereichen trennen. Gelingt das große Experiment in den USA, wird eine völlig veränderte Telekom entstehen. Es kann das Meisterstück für Konzernchef Höttges werden.

    Auf dem Weg dahin ist er schon weit gekommen, aber es liegt noch viel vor ihm. Dabei muss er einem Leitspruch folgen, den er Investoren und Mitarbeitern selbst immer wieder sagt: „Demut im Sieg“.

    Mehr: Telekom-Chef Tim Höttges soll den Platz von Paul Achleitner im Daimler-Aufsichtsrat übernehmen.

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