Mobilfunktarife: Die besten Mobilfunkanbieter in Deutschland
Der geeignete Tarif für den Mobilfunkvertrag orientiert sich an der Nutzung.
Foto: imago images/Westend61Köln. Ein Leben ohne Mobiltelefon? Für die meisten unvorstellbar. Fast alle Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland haben eins, in neun von zehn Fällen ist es ein Smartphone, zeigt die Verbrauchs- und Medienanalyse „Touchpoints“. Mit älteren Modellen gibt sich nur eine Minderheit ab. Bei einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom sagten 55 Prozent der Smartphone-Nutzer, dass ihr Gerät jünger als ein Jahr sei. Nur ein knappes Viertel verwendet ein mehr als zwei Jahre altes Gerät.
Mehr Konstanz zeigen Smartphone-Kunden bei den Tarifen. Einer eigenen Umfrage des Portals Statista zufolge zieht gut die Hälfte der Smartphone-Nutzer einen Tarifwechsel gar nicht in Erwägung. Nur zehn Prozent geben an, ihren Anbieter „sehr wahrscheinlich“ austauschen zu wollen. Dabei könnte sich dieser Schritt durchaus lohnen. „Ein gutes Angebot von vor zwei Jahren kann heute veraltet sein, weil sich die Tarifstrukturen häufig verändern“, sagt Felix Flosbach, Telekommunikationsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW.
Eine Hürde war es früher oft, sich aus einem bestehenden Altvertrag zu befreien. Dies hat sich geändert – der Gesetzgeber hat den Wechsel stark vereinfacht. Seit Juli 2022 müssen Anbieter einen Kündigungsbutton auf ihrer Website haben und Kunden auf Kündigungsfristen hinweisen. Verträge können sich nicht mehr ohne Hinweis automatisch verlängern.
Weiterhin abschreckend wirken dürfte dagegen der Tarifdschungel. Während sich die Grundleistungen oft kaum unterscheiden, machen zahlreiche Sonderoptionen, Zusatzpakete und weitere Gebühren den direkten Vergleich schwer. Zusätzlich sind viele der Tarifunterschiede nur im Kleingedruckten zu finden. Um Entscheidungshilfe zu bieten, hat das Marktforschungsinstitut SWI Finance für das Handelsblatt die Mobilfunktarife von 22 Anbietern verglichen.
Dazu haben die Marktforscher acht typische Nutzerprofile erstellt – vom Einsteiger bis zum internationalen Vieltelefonierer. Jeweils vier davon gelten für private und berufliche Nutzer. SWI Finance hat die Mobilfunktarife für alle Profile auf Kriterien wie Telefon- und SMS-Kapazität, Datenvolumen oder Download-Geschwindigkeit hin untersucht. Die Kategorien „Einsteiger“ und „Normalnutzer“ wurden bei Privat- und Geschäftskunden jeweils zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst.
Bei den Tarifen für Privatkunden überzeugt Aldi Talk. Das gemeinsame Mobilfunk-Angebot der Discounter Aldi Nord und Aldi Süd läuft über das Netz von O2-Mutter Telefónica. Im Test erreichte die Marke 88,6 von möglichen 100 Punkten und damit Platz eins. Aldi Talk hat seine Tarife im Juni 2023 insbesondere mit Blick auf mobile Daten überarbeitet. Bei den Jahres- und Kombi-Paketen habe man „das Inklusiv-Datenvolumen um bis zu 33 Prozent erhöht“, erläutert eine Sprecherin von Aldi Talk.
Zudem biete man „als erster Discount-Prepaid-Anbieter allen unseren Kunden Zugang zu 5G an“. Bislang galt der neue Mobilfunkstandard eher als Luxusfeature, das Basis- und Prepaid-Kunden oft nicht zugänglich war. Aldi-Talk-Kunden mit einem entsprechend 5G-fähigen Smartphone könnten diese Option nun dazubuchen.
Mobilfunktarife von Aldi Talk: Beste Konditionen für viele Kunden
Aldi Talk bietet auch jeweils die besten Konditionen für private Einsteiger und Normalnutzer. Für 8,99 Euro je vier Wochen gibt es eine Telefon- und SMS-Flatrate und dazu sechs Gigabyte (GB) Datenvolumen. Die beiden Kategorien richten sich an Nutzer, die mehr Wert auf Telefonie legen als auf mobiles Internet. In der Einsteiger-Kategorie haben die Marktforscher zusätzlich Prepaid-Tarife untersucht. „Hier geht es eher darum, ein Handy für Notfälle zu haben oder um erreichbar zu sein“, sagt Studienleiter Leonhard Anzinger von SWI Finance.
Normalnutzer haben ebenso wie Vielnutzer einen Laufzeitvertrag und in der Regel eine Allnet-Flat. „Datenintensives Surfen schieben Normalnutzer allerdings eher auf die Flatrate im heimischen WLAN“, sagt Anzinger. Der Trend geht allerdings von dieser Praktik weg – Mobilfunknutzer wollen zunehmend auch unterwegs Musik und Videos streamen. Die Angebote spiegeln dies wider. Während im Vorjahr nur elf Anbieter das Mindestkriterium von 20 GB für den Vielnutzer-Tarif erfüllten, waren es in diesem Jahr 18.
In der Kategorie hat sich die Telefónica-Marke Blau vor Aldi Talk geschoben. Blau punktet mit günstigen Grundkosten von 10,99 Euro im Monat für 26 GB mobile Daten und verzichtet zusätzlich auf die Anschlussgebühr.
Mobilfunkanbieter O2: Telefónica-Marke punktet im Bereich Mobilfunktarife für Business-Kunden
Auch im Business-Bereich punktet eine Telefónica-Marke: O2 belegt mit 89 von 100 erreichbaren Punkten insgesamt Platz eins und überzeugt auch in drei der vier Kategorien mit den Geschäftskunden-Tarifen. Nur bei „Business Normalnutzer“ schiebt sich 1&1 dank geringerer Grundgebühr an die Spitze. „O2 hat das inkludierte Datenvolumen deutlich nach oben geschraubt, ist aber preislich weiterhin günstig geblieben“, sagt SWI-Experte Anzinger. Auch der Zugang zum schnellen 5G-Netz ist für Business-Kunden von O2 inzwischen Standard.
Überzeugt hat O2 auch in der neuen Kategorie „Business Telefonie“, in der Datenvolumen nicht berücksichtigt wird – sie war in diesem Jahr erstmals Teil des SWI-Tests. „Bis zu 15 Prozent der Mobilfunk-Kunden im Business-Bereich fragen reine Telefonie nach“, erläutert Leonhard Anzinger den Schritt. Punkten konnte O2 hier mit einem Tarif, der unter anderem einen SMS-Pool beinhaltet.
„Bei einem Pooling-Tarif bucht ein Unternehmen keine individuellen Tarife pro Mitarbeiter, sondern einen Tarif für das gesamte Unternehmen“, erklärt Carsten Pradel, Director B2B bei O2 Telefónica. Dabei werde vorher der Gesamtbedarf ermittelt und festgelegt, wie viele Gesprächsminuten oder SMS der Kunde benötigt. Das Kontingent stehe dann allen Mitarbeitern zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung.
Dabei gilt es, die Tarife genau auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen. „Oft muss ein passender Mobilfunktarif auf verschiedene Nutzertypen in einem Unternehmen zugeschnitten sein“, sagt Pradel.
Erstpublikation: 03.10.2023, 11:45 Uhr.