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Netzausbau Einigung im Streit um neues 5G-Netz von 1&1 zeichnet sich ab

1&1 Drillisch will zum Netzbetreiber aufsteigen. Seit mehr als einem Jahr verhandelt die Firma mit Konkurrenten. Jetzt liegt ein entscheidendes Angebot von Telefónica vor.
05.02.2021 - 20:43 Uhr Kommentieren
1&1 will neben Telekom, Vodafone und Telefonica einsteigen. Quelle: dpa
Mobilfunkmast

1&1 will neben Telekom, Vodafone und Telefonica einsteigen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In Deutschland könnte bald das vierte Mobilfunknetz entstehen. Neueinsteiger 1&1 Drillisch hat eine wichtige Hürde genommen, um zum Wettbewerber von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica aufzusteigen. Zum Aufbau eines eigenen Netzes braucht die Firma zwischenzeitig Zugang zu Infrastruktur eines Wettbewerbers. Ein verbessertes Angebot dafür liege nun von Telefónica vor, gab 1&1 Drillisch am Freitagabend per Ad-hoc-Mitteilung bekannt.

Darin sichert der Netzbetreiber dem Neueinsteiger verbesserte Konditionen zu, bis zum Jahr 2030 dessen Netz mitzubenutzen. Das Angebot soll für das Geschäftsjahr 2020 rückwirkend gelten und einen positiven Ergebniseffekt von rund 30 Millionen Euro haben, teilte 1&1 Drillisch mit.

Der Aufbau eines Mobilfunknetzes dauert viele Jahre und ist teuer. Mobilfunkmasten müssen im ganzen Land errichtet werden. „Wir sind startklar und können direkt das modernste Mobilfunknetz in Europa errichten“, hatte der CEO von 1&1 Drillisch, Ralph Dommermuth, kürzlich im Interview mit dem Handelsblatt angekündigt. Für die Übergangszeit, bis das eigene Netz steht, brauchte Dommermuth aber noch eine Vereinbarung, über die Mitnutzung der Infrastruktur eines Wettbewerbers.

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Dieses fehlende Puzzleteil dürfte jetzt vorliegen. Nach den langen Verhandlungen konnte Dommermuth ein für ihn wirtschaftlich attraktiveres Abkommen erreichen. Gleichzeitig steht er auch unter Zugzwang. „1&1 Drillisch kann dieses Angebot nun bis zum 19. Februar annehmen, danach erlischt es“, sagte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas.

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    Das Besondere an dem Angebot von Telefónica ist der Hintergrund, vor dem es entstand. Als Auflage für die Übernahme des Konkurrenten E-Plus im Jahr 2014 verpflichtete die EU-Kommission Telefónica, einem Wettbewerber Zugang zum Netz des Betreibers zu geben.

    Das Angebot von 1&1 Drillisch wurde von der EU-Kommission geprüft und als angemessen befunden. Schlägt Dommermuth den Vertrag aus, könnte er zwar auch weiter mit den Netzbetreibern verhandeln. Die Sondersituation über die EU-Kommission würde jedoch entfallen.

    Der Gründer steuert seit rund drei Jahrzehnten United Internet. Quelle: Thies Rätzke für Handesblatt
    Ralph Dommermuth

    Der Gründer steuert seit rund drei Jahrzehnten United Internet.

    (Foto: Thies Rätzke für Handesblatt)

    Dommermuth steht zeitlich unter Druck. Vor zwei Jahren hatte er für rund eine Milliarde Euro Frequenzen für den 5G-Mobilfunk ersteigert. Dafür hatte die zuständige Bundesnetzagentur verlangt, dass er bis Ende des Jahres 2022 rund 25 Prozent der Bevölkerung mit seinem Mobilfunknetz versorgt. Sonst kann die Behörde verlangen, dass er die Frequenzen zurückgeben muss. Laut Handelsblatt-Informationen geht das Team von Dommermuth davon aus, dass der Netzausbau im Sommer 2021 starten muss, damit das Ausbauziel eingehalten werden kann.

    Willigt 1&1 Drillisch in das Angebot von Telefónica ein, stehen die nächsten Entscheidungen an. Der Neueinsteiger muss Netzausrüstung von Herstellern einkaufen. Seit Monaten verhandelt die Firma mit dem europäischen Hersteller Nokia sowie mit ZTE aus China. Aufgrund von Sicherheitsbedenken gegenüber Ausrüstern aus China plant die Bundesregierung strenge Auflagen. Das könnte die Zusammenarbeit mit einer Firma wie ZTE erschweren oder sogar wirtschaftlich unattraktiv machen.

    Zudem muss 1&1 Drillisch ein funktionierendes Geschäftsmodell errichten. Derzeit besitzt die Firma bereits rund zehn Millionen Mobilfunkkunden und mietet dafür die Netze von Telefónica und Vodafone an. Betreibt die Firma ihr eigenes Netz, spart sie zwar die Mietausgaben, hat dafür aber deutlich höhere Kosten für den Aufbau und Betrieb einer eigenen Infrastruktur.

    Mehr: United Internet baut jetzt sein eigenes Netz auf – und macht damit Partner zu Konkurrenten

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