Netzbetreiber: Telekombranche klagt über möglichen Huawei-Bann
Kosten in dreistelliger Millionenhöhe und jahrelange Verzögerungen beim Netzausbau?
Foto: APHamburg. Ein sogenannter China-Bann, den das Bundesinnenministerium Anfang vergangener Woche ankündigte, lässt die Telekommunikationsbranche in Deutschland ratlos zurück. So sei nach wie vor weder klar, welche Konsequenzen die angekündigte Prüfung von bereits verbauten „kritischen“ Komponenten der Mobilfunknetze haben werde noch welche Komponenten konkret betroffen seien, heißt es.
Aufsichtsräte und Führungskräfte der großen Mobilfunkkonzerne sagten dem Handelsblatt, dass sie von der Entscheidung am letzten Montag überrascht worden seien. Viele haben offenbar erst aus den Medien davon erfahren.
Die Aktion erscheine „schlecht vorbereitet und vor allem als Signal konzipiert“, sagte ein Konzerninsider. „Das riecht nach Aktionismus“, sagte eine andere Führungskraft. Zumal die Bundesregierung in den darauffolgenden Tagen deutlich vorsichtiger kommuniziert habe.
Das Ministerium hatte zunächst insinuiert, dass besonders sicherheitsrelevantes Equipment der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE auf Kosten der Konzerne nachträglich ausgebaut werden müsste. Später war von einem ergebnisoffenen Prozess die Rede. In der Branche nahmen das viele vor allem als Botschaft an die USA wahr.