SAP: So erregt der Software-Konzern den Ärger vieler Banken
Der Manager konsolidiert das Portfolio des Softwareherstellers.
Foto: Bert Bostelmann / bildfolio für HandelsblattDüsseldorf, Frankfurt. SAP hat sich den Unmut einer wichtigen Kundengruppe zugezogen: der Finanzbranche. Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen sind noch immer viele Manager über die Ausgliederung des Geschäfts mit Finanzdienstleistungssoftware verstimmt.
Der Softwarekonzern habe den Bereich abgespalten, weil er nicht so profitabel sei wie das Geschäft mit anderen Sektoren, mutmaßt etwa ein Vorstand einer großen deutschen Bank. Er wertet den Schritt von SAP als „Abkehr von der Finanzindustrie“.
Dabei liegt die Gründung des Unternehmens SAP Fioneer bereits mehr als ein Jahr zurück, und der Softwarekonzern versprach sich und den Kunden nur Vorteile. Im September 2021 hatte SAP das Geschäft mit Spezialsoftware für Finanzdienstleister (FSI) in ein Gemeinschaftsunternehmen ausgegliedert – und den Finanzinvestor Dediq als Partner an Bord geholt.
SAP Fioneer: Banken und Versicherung sehen Ausgliederung kritisch
Finanzchef Luka Mucic hatte den Kunden schon bei der Ankündigung der Pläne im Frühjahr mehr Dynamik versprochen. Die neue Einheit werde wie ein „Schnellboot“ agieren und sich „auf rasche Innovationen für Kernprozesse von Banken und Versicherungen konzentrieren“, sagte er. Dediq sollte Mittel für zusätzliche Investitionen stellen.