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Series-B-RundeSoftware-Start-up Hygraph sammelt 30 Millionen Euro ein

Das Berliner Unternehmen konnte in seiner Finanzierungsrunde neue Investoren überzeugen. Nach der SVB-Pleite gibt das Halt. Auch Hygraph hatte Kontakte zur gescheiterten US-Bank.Felix Stippler 29.03.2023 - 10:57 Uhr Artikel anhören

Die beiden Gründer und ihr Team haben 30 Millionen Euro eingesammelt.

Foto: Handelsblatt

Frankfurt. Der Content-Management-Anbieter Hygraph aus Berlin hat in einer neuen Finanzierungsrunde seine Bewertung auf mehr als 100 Millionen Euro gesteigert. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stellen Investoren dem Software-Start-up 30 Millionen Euro in einer sogenannten Series-B-Runde zur Verfügung. So werden Eigenkapitalspritzen für Unternehmen genannt, die schon erste Finanzierungsrunden – etwa wie Pre-Seed, Seed und Series-A - eingesammelt haben.

Das Geld kommt nicht nur von Bestandsinvestoren wie Peak und Openocean, sondern auch von neuen Geldgebern. Das gilt als Zeichen für die Chancen, die dem Unternehmen zugebilligt werden. Unter anderem sind die Investoren von One Peak und Spryker-Mitgründer Boris Loschkin bei Hygraph eingestiegen.

Nach dem Einbruch der Bewertungen von Technologiewerten in den vergangenen Monaten bekommen Start-ups derzeit wesentlich schwerer neues Geld als noch im Jahr 2021.

Bestandsinvestoren geben noch am ehestens Geld, um ihre Portfoliofirmen nicht in Schwierigkeiten kommen zu lassen. Neue Investoren lassen sich in vielen Fällen nicht mehr gewinnen, wie etwa das Investorenbarometer der Förderbank KfW und des Branchenverbands BVK zeigt.

Die steigenden Zinsen beendeten vergangenes Jahr den Aufschwung am Venture-Capital-Markt, manche Firmen mussten in Finanzierungsrunden massive Abschläge hinnehmen. Auch die Pleite der Kryptobörse FTX schockte die Szene. In einigen Bereichen trauen sich die Fonds aber immer noch, neue Investitionen zu tätigen. Etwa bei erneuerbaren Energien oder bei Software-Lösungen für Unternehmenskunden.

Service für Website-Betreiber: Zutaten für Rezepte finden

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Produktentwicklung vorantreiben, teilt das Unternehmen mit. Hygraph entwickelt Content-Management-Systeme (CMS) für Unternehmen. Derzeit hat das Start-up etwa 400 Kunden weltweit, dazu gehören unter anderem der Nahrungsmittelhersteller Dr. Oetker und die Technologiekonzerne Samsung und Philips. Unter einem CMS versteht man eine Software, mit der Websitebetreiber Texte, Bilder oder Videos verwalten können.

Dr. Oetker stellt auf seiner Homepage Rezepte passend zu seiner Produktpalette vor. Die Zutaten für die Rezepte müssen im CMS zusammengebracht werden. Die Daten hierfür liegen zerstreut auf den vielen Servern des Herstellers. Hygraphs CMS-Produkt vernetzt die Datenbanken des Unternehmens mit der Homepage, sodass Inhalte von verschiedenen Quellen auf die Endgeräte ausgespielt werden können.

„Andernfalls müssten die Unternehmen die Daten erst zusammensuchen oder selbst Software programmieren, die die Server durchforstet. Das ist aber ein sehr teures und aufwendiges Unterfangen“, sagt Michael Lukaszczyk, Mitgründer und Geschäftsführer des Unternehmens.

Ein weiteres Beispiel: Der norwegische Telekommunikationskonzern Telenor bietet eine Streamingplattform an, über die Kunden Filme und Serien abrufen können. Diese Inhalte werden auf der Online-Plattform Internet Movie Database (IMDB) bewertet. Hygraphs Software weist die Online-Bewertungen von IMDB dem Angebot in der Mediathek zu.

Beziehungen zur deutschen SVB-Tochter: Kein Statement von Hygraph

Die Finanzierungsrunde bestand vollständig aus Eigenkapital, Hygraph nahm kein Venture-Debt auf. Ursprünglich habe das Unternehmen durchaus geplant, die Runde durch Fremdkapitalgeber zu erweitern, heißt es aus Finanzkreisen. Allerdings haben die Berliner sich nach der Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) dagegen entschieden. Hygraph selbst hat Kontakt zum deutschen Ableger des Geldinstituts, so die Insider.

Die Bafin hatte ein Moratorium über die „Silicon Valley Bank Germany Branch“ verhängt, nachdem die US-Mutter zusammengebrochen war. Vergangene Woche öffnete die deutsche Niederlassung wieder – mit neuer Lizenz und neuem Namen.

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Zur Beziehung mit der SVB, der Unternehmensbewertung und den aktuellen Geschäftszahlen äußerte sich Hygraph auf Handelsblatt-Anfrage nicht.

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