Tech-Riese: iPhone ersetzt „racist“ mit „Trump“: Apple will Diktierfehler beheben
San Francisco. Apple hat am späten Dienstag einen Fehler in seiner Voice-to-Text-Funktion korrigiert, der dazu führte, dass Wörter mit dem Buchstaben „r“, darunter auch „rassistisch“, versehentlich durch das Wort „Trump“ ersetzt wurden. Das Phänomen, das in einem viralen Video auf TikTok schnell an Aufmerksamkeit gewann, und von Rechten aufgegriffen wurde, sorgte für Aufregung.
Das Unternehmen erklärte, der Fehler sei auf eine „phonetische Überlappung“ im Spracherkennungsmodell zurückzuführen, das die Diktierfunktion unterstützt. Bei der Erkennung von Wörtern mit einem „r“-Konsonanten schlug das System fälschlicherweise „Trump“ vor. Zahlreiche Nutzer posteten Videos, in denen der Fehler nachgestellt wurde. Auch der rechtsextreme Moderator Alex Jones äußerte sich kritisch und warf Apple eine „unterschwellige Programmierung“ vor.
Die Panne ereignete sich nur einen Tag nach Apples Ankündigung, in den kommenden vier Jahren 500 Milliarden Dollar in die USA zu investieren – eine Entscheidung, die in der Öffentlichkeit als Annäherung an die Trump-Regierung interpretiert wurde. Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses, bezeichnete das Investitionsvorhaben als einen Erfolg der Wirtschaftspolitik des Präsidenten.
Apple sieht sich unter anderem aufgrund von Handelsspannungen mit China in einer besonderen Lage und könnte von Trumps scharfer Haltung gegenüber der EU-Tech-Regulierung profitieren. CEO Tim Cook pflegte bereits seit Jahren enge Beziehungen zu Trump, war während dessen Amtseinführung ein prominenter Gast und umwarb den damaligen Präsidenten stets.
Die Kontroverse über die fehlerhafte Spracherkennungsfunktion fiel zudem mit einer weiteren Diskussion zusammen: Apple-Aktionäre lehnten einen Antrag einer konservativen Organisation ab, der die Reduzierung der Unternehmenspolitik in Bezug auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) forderte. Apple bleibt unter den großen Tech-Konzernen ein eher seltener Verweigerer, wenn es darum geht, konservativen Forderungen in dieser Hinsicht nachzugeben.
In seiner Rede vor den Aktionären am Dienstag bekräftigte Cook, dass Apple einige Anpassungen vornehmen müsse, um der sich ändernden rechtlichen Lage in Bezug auf DEI gerecht zu werden, jedoch an seiner Politik festhalte. Die jüngsten Software-Probleme, die Apple betrafen – etwa die Entfernung einer Funktion zur Zusammenfassung von Nachrichten, die falsche Informationen anzeigte – unterstreichen die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen gegenübersieht.
Parallel dazu führt Apple derzeit mit „Apple Intelligence“ eine Reihe von Künstlicher-Intelligenz-Funktionen ein, die das Unternehmen weiter vorantreiben sollen. Doch auch diese Neuerungen wurden unterschiedlich aufgenommen, was den Druck auf das Unternehmen, seine Software-Qualität konstant hoch zu halten, weiter verstärkt.