Black Forest Labs: Zwei große US-Investoren wollen offenbar Freiburger KI-Firma finanzieren
Düsseldorf. Beim Freiburger Start-up Black Forest Labs konkretisieren sich die Pläne für eine neue Finanzierungsrunde. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet mit Verweis auf anonyme Quellen, dass Salesforce und AMP die Runde gemeinsam anführen sollen. Salesforce und Black Forest Labs haben eine Stellungnahme dazu abgelehnt, der US-Investor Andreessen Horowitz (A16Z), zu dem AMP gehört, hat nicht reagiert.
Bei AMP handelt es sich wohl um ein neues Investmentvehikel, das von Anjney Midha geleitet wird. Andreessen Horowitz hatte bereits die erste Finanzierungsrunde des gut ein Jahr alten Start-ups angeführt, Midha sitzt bei Black Forest Labs im Beirat.
Die Konditionen des Deals sind laut Bloomberg noch nicht final: Die Firma könnte demnach in der Finanzierungsrunde 200 bis 300 Millionen Dollar einsammeln. Einschließlich dieses Geldes könnten die Investoren die Firma dann mit 3,25 Milliarden Dollar bewerten. Unterzeichnet ein Start-up das Finanzierungsangebot eines Leadinvestors, wird damit die neue Bewertung der Firma festgelegt. Weitere Kapitalgeber können sich anschließend zum gegebenen Preis an der Runde beteiligen.
Über eine bevorstehende Finanzierungsrunde für Black Forest Labs hatte auch das Handelsblatt bereits Ende September berichtet. Zunächst hieß es, die Firma strebe eine Bewertung von vier Milliarden Dollar an.
Mit seinen Modellen für Bildgenerierung und -bearbeitung ist Black Forest Labs (BFL) das derzeit meistgehypte Start-up für Künstliche Intelligenz in Deutschland. Die Firma um die Gründer Robin Rombach (CEO), Andreas Blattmann (verantwortlich für Positionierung, Vertrieb und Wachstum) und Patrick Esser (Forschung) gilt als eines der weltweit forschungsstärksten auf dem Gebiet.
Finanzielle Mittel für harten Wettbewerb
Investoren setzen daher darauf, dass die Firma trotz ungleicher finanzieller Mittel dauerhaft mit Wettbewerbern wie dem Technologiekonzern Google konkurrieren kann. Der Suchmaschinenmarktführer hatte vor einigen Wochen mit seinem neuen Bildmodell „Nano Banana“ für Aufsehen gesorgt.
Was BFL neben seinen KI-Modellen so attraktiv für Investoren macht, ist die Geschäftsentwicklung: Laut Unternehmensangaben aus einer Investorenpräsentation, die dem Handelsblatt vorliegt, generierte die Firma nur 14 Monate nach der Gründung jährlich wiederkehrende Umsätze in Höhe von knapp 100 Millionen Dollar (mehr als 86 Millionen Euro).
Aufträge im Wert von mehr als 350 Millionen Dollar
Dahinter steckt ein rasant wachsendes Geschäft mit Unternehmenskunden. Insgesamt soll BFL von Kunden wie der Designplattform Canva, der Social-Media-Plattform Snap und der Telekom Aufträge im Wert von insgesamt 350 Millionen Dollar erhalten haben. Sie integrieren die KI-Modelle von Black Forest Labs über Schnittstellen, um sie wiederum eigenen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Oder die Unternehmen nutzen die Modelle über ein Lizenzmodell für interne Bildbearbeitungen.
Noch nicht eingerechnet dürfte in das Volumen ein Großauftrag des Facebook-Konzerns Meta sein. Meta soll Berichten zufolge über die nächsten zwei Jahre insgesamt 140 Millionen Dollar zahlen, um die Technologie von Black Forest Labs zu nutzen. Das deutsche Unternehmen hat den Vertrag bisher nicht bestätigt und lehnt Interviewanfragen grundsätzlich ab.
Selbst zur bisher jüngsten Finanzierungsrunde, bei der BFL im November des vergangenen Jahres nach Handelsblatt-Informationen mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wurde, hat das Team sich bis heute nicht geäußert.