BCG-Studie: Apps auf Rezept sollen 200 Millionen Euro kosten
Hersteller starten ihre Apps auf Rezept mit höheren Preisen.
Foto: dpaDüsseldorf. Was darf eine App auf Rezept kosten? Diese Frage treibt Krankenkassen und Hersteller um. Im Rahmen einer Studie wagt die Boston Consulting Group den Versuch, die Leistungsausgaben für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) zu berechnen.
Darüber hinaus macht die Unternehmensberatung Vorschläge, wie DiGa künftig in die Versorgungsstrategien einer gesetzlichen Kasse implementiert werden könnten. Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Die Gesundheits-Apps werden teuer, Mitarbeiter müssten dringend geschult und das Kassen-Portfolio aller Gesundheits-Apps angepasst werden.
Patienten erreichen
Die sogenannte Patientendurchdringung meint den Anteil von Patienten, die eine entsprechende Diagnose für das Anwendungsfeld einer DiGa erhalten haben und diese tatsächlich nutzen. Bei der Zanadio-App wären das zum Beispiel Adipositas-Patienten, bei der App Deprexis Menschen mit einer Depression. Die Krankenkassen gehen für das Jahr 2021 davon aus, dass zwischen 0,05 und 0,3 Prozent der infrage kommenden Versicherten eine entsprechende DiGa einsetzen könnten.
„Im Ergebnis budgetieren große Krankenkassen aktuell jeweils einstellige Millionenbeträge für DiGa-Anwendungen in ihre Leistungsausgaben für 2021“, schreiben die Autoren. Mit diesen Ausgaben könnten bundesweit 0,1 bis 0,2 Prozent aller Versicherten in den Jahren 2021 und 2022 eine für sie geeignete App nutzen.