Card-Link-Verfahren: Eine große Idee, aber noch keine Umsetzung
Einlösen des E-Rezepts: Die Alternative zur Stecklösung mit der Karte soll das NFC-fähige Smartphone werden.
Foto: dpaDüsseldorf. Im Sommer 2023 erhielt Manuel Blechschmidt, Gründer von Health ERx, einen Auftrag von einer Onlineapotheke. Er sollte eine Software entwickeln, mit der das elektronische Rezept (E-Rezept) per Smartphone abgerufen werden kann, ohne die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in ein Gerät stecken zu müssen, berichtet er dem Handelsblatt.
Wenige Wochen später hatte Blechschmidt die Lösung. Er vermutet, dass sein Team und er die Ersten waren, die diese Technologien kombiniert haben. Die Gematik wollte sich dazu nicht äußern. Viel nützt ihm dieser Vorsprung allerdings nicht, denn seine Lösung ist nicht patentiert. „Wir haben kein Patent angemeldet, weil Software in Deutschland und der EU nicht patentierbar ist“, sagt er. Und die Konkurrenz scheint ihm längst auf der Spur zu sein.
Nach öffentlichem Druck der Versandapotheken und Klagedrohungen gegen das Bundesgesundheitsministerium wegen Benachteiligung beim E-Rezept hat die Gesellschafterversammlung der Gematik Mitte Dezember 2023 die Einführung eines weiteren Einlöseweges beschlossen. Das dafür vorgesehene Verfahren wurde vom Branchenverband EAP (European Association of E-Pharmacies) eingebracht. Docmorris als Mitglied des Verbandes berichtet in diesem Zusammenhang von „Entwicklungspartnerschaften mit verschiedenen Dienstleistern“.