Krankenhauszukunftsgesetz: Kliniken erhalten Geld, die Projektumsetzung bleibt schwierig
Die Kliniken bekommen staatliche Zuschüsse.
Foto: dpaKöln. Behörden sind in der Regel vorsichtig mit Zukunftsprognosen. Im März wagte das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) gegenüber Handelsblatt Inside es aber dennoch, eine Aussicht zu formulieren: Bis zum Sommer sei der Großteil der Gelder bewilligt, die der Staat im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) für Digitalisierungsmaßnahmen in Krankenhäusern ausgibt.
Die Zahlen vom 1. August zeigen: Die Prognose stimmt. Rund 2,3 von drei Milliarden Euro der Bundesmittel hat das BAS inzwischen zugesagt. Die Länder schießen 1,3 Milliarden Euro hinzu, sodass insgesamt 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Auch wenn die Kassen gefüllt sind, bleibt die Projektumsetzung für Krankenhäuser schwierig.
Ein Vorwurf: Hersteller von Krankenhausinformationssystemen (KIS) arbeiten zu langsam. Aus Krankenhauskreisen ist zu hören, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis in das IT-System des Krankenhauses eine externe IT-Anwendung eingebunden ist.
Die Integration von externen Programmen in die Kliniksoftware im Rahmen des KHZG ist notwendig. Das Gesetz sieht elf verschiedene Fördertatbestände vor, für die Kliniken Geld beantragen konnten. Bis 2025 müssen laut KHZG die Krankenhäuser bestimmte Anwendungen verwenden. Tun sie das nicht, drohen Sanktionen. Zum Beispiel müssen alle Krankenhäuser ein Patientenportal für ein digitales Aufnahme- und Entlassmanagement nutzen.