Künstliche Intelligenz: Netzhaut-Scans könnten frühe Hinweise auf Demenz geben
Köln. Der Blick ins Auge dauert nur einen Augenblick – aber könnte bald bei einem langfristigen Blick in die gesundheitliche Zukunft helfen. Im Projekt NeurEye arbeitet ein schottisches Forschungsteam aktuell an einer Software, die Netzhaut-Scans hinsichtlich möglicher neurodegenerativer Erkrankungen analysiert.
Ziel ist es, „die Früherkennung von Demenz für alle entscheidend zu verbessern“, sagt Miguel Bernabeu. Der Professor für computergestützte Medizin an der Universität Edinburgh ist Co-Chef des Projektes.
Mithilfe der Optischen Kohärenztomographie (OCT) können Augenärzte oder Optiker detaillierte Aufnahmen der Netzhaut erstellen. Bei vielen Augenbeschwerden werden diese Scans routinemäßig angefertigt. Schon seit langem vermuten Mediziner, dass sich Erkrankungen im Gehirn schon früh im Auge zeigen – etwa durch verengte Blutgefäße, eine Alterung des Augengewebes oder bestimmte Reaktionen des Sehnervkopfs. „Das Tool hilft, diese Veränderungen in der Netzhaut zu sehen“, sagt Bernabeu.
KI beschleunigt Auswertung und Mustererkennung
Die Suche nach Frühwarnzeichen für Demenz treibt viele Forschungsgruppen an. Bis 2040 könnte allein in Deutschland die Zahl der Erkrankten von heute etwa 1,8 Millionen Menschen auf 2,1 bis 2,3 Millionen Frauen und Männer steigen.