Neue Studie: Was Hebammen von der Digitalisierung erwarten
Berlin. Fast jede zweite Hebamme in Deutschland spielt mit dem Gedanken, den Beruf zu wechseln. Das zeigt die „Hebammenstudie 2025“, die die „Opta Data Zukunfts-Stiftung“ gemeinsam mit dem Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Berlin und dem Deutschen Hebammenverband veröffentlicht hat.
Etwa 800 der 26.000 Hebammen in Deutschland haben an der Befragung teilgenommen, ergänzt durch 49 vertiefende Interviews. Das Ergebnis: hohe Identifikation mit dem Beruf – aber ebenso hohe Frustration über die Rahmenbedingungen.
Zwar geben mehr als 83 Prozent der Befragten an, ihre Arbeit gern zu machen. Doch 68 Prozent klagen über unzureichende Bezahlung, 51 Prozent über zu viel Bürokratie und 35 Prozent über hohe laufende Kosten. Zudem schließen immer mehr Geburtskliniken und die Geburtshilfe wird zentralisiert. 63 Prozent der Hebammen erwarten, dass es dadurch künftig schwieriger wird, werdende Eltern gut zu betreuen.
Was müsste sich ändern, damit der Beruf attraktiver wird?
Die Antworten fallen deutlich aus: 74 Prozent der Befragten würden gern mehr medizinische Kompetenzen gegenüber Ärztinnen und Ärzten ausüben, 93 Prozent wünschen sich eine bessere Zusammenarbeit mit ihnen. Auch eine bessere Bezahlung (41 Prozent) und die Möglichkeit, eine Gebärende während der Geburt durchgängig zu betreuen (37 Prozent), stehen weit oben auf der Wunschliste.