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Energie Nach Klimaklage: Shell-CEO kündigt Verschärfung der Klimaziele an

Vor zwei Wochen fiel das historische Gerichtsurteil in Den Haag gegen den Ölkonzern Shell. Nun meldet sich CEO Ben van Beurden mit einer überraschenden Ankündigung zu Wort.
09.06.2021 - 18:27 Uhr Kommentieren
In vielen Ländern auf der Welt gibt es aktuell Klagen gegen Ölkonzerne.  Quelle: REUTERS
Proteste gegen Shell

In vielen Ländern auf der Welt gibt es aktuell Klagen gegen Ölkonzerne. 

(Foto: REUTERS)

Düsseldorf „Shell wird sich dieser Herausforderung stellen“: Das sind die Worte, mit denen Shell-CEO Ben van Beurden sich am Mittwoch in einem LinkedIn-Post an die Öffentlichkeit gewandt hat. Man wolle seine Emissionen schneller reduzieren, „auch wenn das bedeutet, dass wir über die nächsten Jahre ein paar mutige, wenn auch bedachte Schritte machen müssen“, so der Manager. 

Die Reaktion des milliardenschweren Ölkonzerns kommt gut zwei Wochen nach der historischen Entscheidung eines Den Haager Gerichtshofs, der den Ölkonzern zu mehr Klimaschutz verurteilt hatte. 

Shell müsse den Ausstoß von CO2 bis 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken, erklärte das Gericht. Nach dem Urteil ist Shell zum Klimaschutz verpflichtet, das gelte für die eigenen Unternehmen ebenso wie für Zulieferer und Endabnehmer. Shell kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen.

CEO van Beurden bezeichnete das Urteil als „enttäuschend“. Einen einzelnen Konzern herauszustellen helfe wohl kaum dabei, den globalen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, so der Niederländer. „Wenn Shell heute aufhören würde, Benzin und Diesel zu verkaufen, würde das zwar unseren eigenen CO2-Ausstoß verringern, aber der Welt kein bisschen helfen. An der Ölnachfrage würde sich nichts ändern“, schreibt van Beurden. 

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    Vor einigen Monaten hatte der britisch-niederländische Konzern seine Strategie auf dem Weg zur Klimaneutralität vorgestellt. Die fossilen Produkte sollen CO2-freundlicher werden und die Emissionen insgesamt sinken. Bis 2035 um 45 Prozent, bis 2050 auf null (im Vergleich zu 2016). „Jetzt hat uns ein Gericht dazu verurteilt, noch schneller zu werden. Für Shell bedeutet dieses Urteil keine Veränderung der Strategie, sondern eine Beschleunigung“, schreibt der 63-Jährige. 

    Klima-Anwälte und -Aktivisten sehen in dem Urteil gegen Shell eine „Signalwirkung“ für ähnliche Klagen gegen Ölkonzerne. Von denen gibt es auf der ganzen Welt immer mehr. Allein in den USA gibt es mittlerweile Klagen in über 24 Städten, Landkreisen und Bundesländern. Laut der London School of Economics gab es allein zwischen 1986 und Mai 2020 rund 1600 Klimaprozesse – die meisten davon in den USA.

    Die Kosten für solche Verfahren dürften nach Schätzung von Experten mittlerweile mehrere Hundert Millionen Dollar betragen, bei einer Verurteilung sogar mehrere Milliarden. 

    Zunehmender Druck auf Big Oil

    Die Ölbranche steht seit drei Jahren unter zunehmender Kritik. Nicht nur Umweltschützer fordern ambitionierte Klimaziele von den fossilen Riesen, sondern auch Aktionäre, Investoren und Politik erhöhen den Druck. 

    Fast zeitgleich mit dem Klima-Urteil gegen Shell hatte sich eine Gruppe aktivistischer Investoren mit dem Namen Engine No. 1 bei dem US-Konzern Exxon Mobil mit zwei Vertretern auf der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gekämpft. Die neuen Investoren fordern mehr Investitionen in grüne Energien. Denn das Festhalten am Öl- und Gasgeschäft wird langfristig gesehen nicht nur zum Umwelt-, sondern immer mehr auch zum Anlagerisiko. 

    Grafik

    Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne werden stetig günstiger, und ihr Anteil wächst schnell. Der plötzliche Einbruch der Ölnachfrage in der Corona-Pandemie brachte die Branche zusätzlich in Bedrängnis. Der Ölpreis rutschte zeitweise sogar ins Minus, hat sich aktuell aber erst mal wieder stabilisiert. Die Konzerne konnten im ersten Quartal so zwar wieder in die Gewinnzone kommen, üppig sind die Profite aber nicht gerade ausgefallen.  

    Sollte das Urteil gegen Shell auch in zweiter und dritter Instanz Bestand haben, kämen auf das Unternehmen nun Umbauten in Milliardenhöhe zu. Vor allem die bislang mit zwei Prozent eher niedrig ausfallende Absenkung der Erdölförderung müsste sich wohl deutlich erhöhen. 

    Öl und Gas wolle man aber auch zukünftig produzieren. „Wir werden noch lange Energie in Form von Öl und Gas produzieren. Um die Nachfrage unserer Kunden zu bedienen und ein finanziell starker Konzern zu bleiben“, sagt van Beurden. 

    Mehr: Big Oil unter Druck: Die Ölkonzerne müssen sich neu erfinden

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