Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kleinanzeigenportal Für 2,9 Milliarden Euro: Scout 24 trennt sich von Autosparte

Der US-Investor Hellman & Friedman kauft für knapp 2,9 Milliarden Euro die Tochter Autoscout 24. CEO Hartmann begrüßt den Deal, Aktionäre sollen Kapitalausschüttung erhalten.
17.12.2019 Update: 17.12.2019 - 19:51 Uhr Kommentieren
Scout 24 verkauft seinen Onlinemarktplatz für Autos. Quelle: dpa
Scout 24

Scout 24 verkauft seinen Onlinemarktplatz für Autos.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Frankfurt Der Kleinanzeigenportalbetreiber Scout 24 verkauft seinen Onlinemarktplatz für Autos an den US-Investor Hellman & Friedman. „Wir werden die Autoscout 24 für einen Rekordpreis von knapp 2,9 Milliarden Euro veräußern“, sagte CEO Tobias Hartmann  dem Handelsblatt. Das sei eine „ausgezeichnete Prämie“.

Mit dem Verkauf kommt Scout 24 den Forderungen des aktivistischen Investors Elliott nach, der im Sommer bei dem MDax-Unternehmen eingestiegen ist. Der Fonds des Milliardärs Paul Singer hatte öffentlich die Abspaltung des Autoportals und eine stärkere Fokussierung gefordert.

Der Kaufpreis liegt damit über den Erwartungen – Elliott selbst hatte eine Summe von 2,5 Milliarden für realistisch gehalten. Noch vor der offiziellen Bestätigung des Deals hatten Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf von Autoscout 24 die Scout-24-Aktie am Dienstag auf mehr als 59 Euro getrieben und damit auf ein Rekordhoch. „Der hohe Kaufpreis untermauert unsere starken Fundamentalwerte, eine starke Performance und zeigt auch den Weg, den wir künftig gehen können“, sagte Hartmann.

Hellman & Friedman und Scout 24 verbindet bereits eine gemeinsame Geschichte: Der Investor hatte das Unternehmen einst auch mit an die Börse gebracht. Auch deshalb ist Hartmann sich sicher, einen guten Käufer gefunden zu haben. „Der Käufer kennt sich in unserem Marktsegment und mit unserem Unternehmen gut aus“, sagte er. „Hellman & Friedman wird ein gutes Zuhause für die Autoscout sein.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte die Private-Equity-Gesellschaft zusammen mit dem US-Investor Blackstone ein Übernahmeangebot für das inzwischen 21 Jahre alte Gesamtunternehmen abgegeben. Doch die Bedingung, dass ihnen Anteilseigner insgesamt mehr als 50 Prozent der Aktien andienen, konnte nicht erfüllt werden. Ein Großteil der Aktionäre lehnte das Angebot von 46 Euro pro Aktie ab. Zu Recht, wie sich jetzt zeigt.

    Scout 24 plant, Kapital an seine Aktionäre auszuschütten und Schulden zu tilgen. „Die Ausschüttungssumme bedarf noch genauerer Abstimmung, daran werden wir in den nächsten Wochen arbeiten“, sagte Tobias Hartmann. Scout 24 befindet sich weitgehend in Streubesitz und fast vollständig in der Hand von institutionellen Anlegern. Inhaber von 42,8 Prozent der Aktien hätten ihre Anteile allerdings im Mai für einen Preis abgeben, der deutlich unter dem heutigen Wert liegt.

    Fokus auf Häuser und Wohnungen

    Seit September kauft Scout 24 nun massenweise Aktien zurück. Bis spätestens September 2021 sollen schrittweise Anteile im Wert von 300 Millionen Euro wieder in den Eigenbesitz überführt werden. Bei der Programmankündigung im Juni entsprach das sechs Prozent des Stammkapitals. Auch das Rückkaufprogramm hat Investor Elliott gefordert, dem der Umfang allerdings noch zu gering ist. Eliott selbst hält derzeit etwa 7,5 Prozent der Aktien.

    Scout 24, dessen Kerngeschäfte bisher die Portale Immobilienscout 24 und Autoscout 24 waren, fokussiert sich künftig auf die Plattform für Häuser und Wohnungen. Nach eigenen Angaben ist Scout 24 in den meisten Städten und Regionen Deutschlands das Portal mit den meisten gelisteten Wohnungen. Es verdient sein Geld mit Hausverkäufern, Maklern und Wohnungssuchenden.

    Grafik

    Wie gut Scout 24 nun noch für wirtschaftlich schwierige Zeiten abgesichert ist, beziehungsweise ob sich schwächere Perioden im Auto- und Immobilienhandel hätten ausgleichen können, ist umstritten. Autoscout 24 soll sich nach der Übernahme weiter profitabel entwickeln. „Für die mehr als 500 betroffenen Mitarbeiter ist das ein sehr gutes Szenario, die Autoscout wird weiter wachsen“, sagte der Scout-CEO nach den Verhandlungen.

    Beim Kapitalmarkttag hat der Vorstand für die beiden führenden Geschäftsfelder Immoscout 24 und Autoscout 24 einen weiteren Wachstumskurs in Aussicht gestellt. Der Konzernumsatz soll bis 2020 um acht bis elf Prozent steigen, wobei der Autotochter ein größeres Wachstum prognostiziert wird als der Immobiliensparte.

    Der Geschäftsbereich Consumer Services mit der Vermittlung von Finanzierungen, Versicherungen und anderen Zusatzleistungen wurde in den vergangenen Monaten bereits so dividiert, dass er in den beiden Hauptsäulen Auto- und Immobilienscout 24 aufgeht. Dazu gehören etwa Umzugsservices und Autofinanzierung. Das 2018 übernommene Portal Finanzcheck.de wird zudem mitverkauft.

    Das Unternehmen steht gut da: Insgesamt machte der Konzern in den ersten neun Monaten dieses Jahres 456,3 Millionen Euro Umsatz. Das Wachstum liegt bei 18,3 Prozent – darauf sollen knapp 260 Millionen auf den Bereich entfallen, der bei der Scout 24 verbleibt.

    Mehr: Der Häusermarkt ist hart umkämpft. Immobilienscout 24 will jetzt Maklern den Zugang zu Immobilienbesitzern verkaufen.

    Startseite
    Mehr zu: Kleinanzeigenportal - Für 2,9 Milliarden Euro: Scout 24 trennt sich von Autosparte
    0 Kommentare zu "Kleinanzeigenportal: Für 2,9 Milliarden Euro: Scout 24 trennt sich von Autosparte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%