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Übernahme Mövenpick verkauft sein Hotelgeschäft für knapp 500 Millionen Euro an Accor

Die traditionsreichen Hotels bekommen für 467 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Der Käufer kommt aus Frankreich.
30.04.2018 Update: 30.04.2018 - 15:42 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen betreibt 84 Hotels mit mehr als 20.000 Zimmern in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Asien. Quelle: dpa
Mövenpick-Hotel in Hamburg

Das Unternehmen betreibt 84 Hotels mit mehr als 20.000 Zimmern in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Asien.

(Foto: dpa)

Baar Die Mövenpick-Gruppe sucht selten das Licht der Öffentlichkeit, doch nun sorgen die Schweizer für Schlagzeilen: Wie das Unternehmen aus Baar im Kanton Zug am Montag mitteilte, wird die Hotelsparte an die Accor-Gruppe verkauft.

Die Franzosen legen dafür insgesamt 560 Millionen Schweizer Franken (467 Millionen Euro) auf den Tisch. „Mit der Übernahme von Mövenpick festigen wir unsere Führungsposition auf dem europäischen Markt", erklärte der Chef von AccorHotels, Sebastien Bazin.

Zur Mövenpick-Hotelsparte gehören insgesamt 84 Hotels mit mehr als 20.000 Zimmern in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Asien. Darunter sind sieben Hotels in Deutschland. Weltweit beschäftigt die Sparte rund 16.000 Mitarbeiter. Die anderen Mövenpick-Geschäftsbereiche namens Fine Foods, Mövenpick Wein und Marché International sollen nicht Teil des Deals sein, heißt es in Baar.

Die Hotels der deutschen Milliardäre
Öschberghof in Donaueschingen
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Nach zweijähriger Bauzeit soll das Luxushotel „Öschberghof“ in Donaueschingen im Mai neu eröffnen. Mehr als 55 Millionen Euro haben die Betreiber in den Umbau gesteckt – entstanden sind eine neue Halle, neue Zimmer in einem neu gebauten Gebäude (siehe Modellabbildung) sowie ein neues Spa und ein Golfplatz. Hinter dem „Öschberghof“ stehen vermögende Eigentümer: Der Gründer der Discount-Kette Aldi Süd, der 2014 verstorbene Karl Albrecht, ließ das Hotel 1976 bauen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

(Foto: dpa)
Brenners Park-Hotel in Baden-Baden
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Albrecht ist nicht der einzige deutsche Milliardär, der sich neben seinem Hauptberuf in der Luxus-Hotellerie versucht hat. Auch der inzwischen verstorbene Lebensmittel-König Rudolf-August Oetker erwarb während des Zweiten Weltkriegs das „Brenners Park-Hotel“ in Baden-Baden. Mit sieben weiteren Luxusherbergen, allesamt im Ausland, ist die „Oetker Collection“ heute Teil des Bielefelder Puddingkonzerns.

(Foto: Imago)
The Fontenay in Hamburg
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Der Ende der 60er-Jahre von Hamburg an den Zürichsee übergesiedelte Speditionsunternehmer Klaus-Michael Kühne („Kühne + Nagel“) startet soeben mit dem „The Fontenay“ in Hamburg. Der 80-jährige Milliardär will es zum „besten Hotel Deutschlands“ machen, glaubt aber selbst kaum noch an eine ordentliche Rendite. Kühne besitzt außerdem das kleine Luxus-Boutiquehotel „Castell Son Claret“ auf Mallorca.

(Foto: Imago)
Vila Vita in Portugal
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Reinfried Pohl, der Gründer des Versicherungsvertriebs DVAG, fügte vor seinem Tod im Jahr 2014 die Hotelkette „Vila Vita“ zusammen. Dazu gehört das „Vila Vita Parc“ an der Algarve, von der Zeitschrift „Geo Saison“ zum zweitbesten Strandresort Europas gewählt, aber auch das Fünf-Sterne-Haus „Vila Vita Rosenpark“ an Pohls langjährigem Wohnort Marburg.

(Foto: Imago)
Grand Elysée in Hamburg
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Mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Grand Elysée“ hat sich der Gründer der Steakhauskette „Blockhouse“, Eugen Block, einen Lebenstraum erfüllt.

(Foto: Imago)
Tschuggen in der Schweiz
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Karl-Heinz Klipp, der Gründer der einst börsennotierten „Massa“-Supermärkte, die später von Metro gekauft und zum Großteil unter der Marke „Real“ weitergeführt wurden, verstarb im Oktober 2017. Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer hinterließ Luxushotels wie das „Tschuggen“ im Schweizer Arosa, das Sporthotel „Valsana“, ebenfalls in Arosa, oder das „The Carlton“ in St. Moritz.

(Foto: Imago)
Louis C. Jacob in Hamburg
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Der Erfinder der Aida-Kreuzfahrten betreibt über seine Deutsche Seereederei (DSR) die Nobelherberge „Louis C. Jacob“ in Hamburg. In Horst Rahes Reich befinden sich ebenso die „A-Rosa-Resort Hotels“ auf Sylt, in Travemünde, Kitzbühel und am Scharmützelsee.

(Foto: Imago)

Einen expliziten Grund für den Verkauf der Hotels nennt Mövenpick zwar nicht. Ein Sprecher verweist aber auf den Wandel der Branche, die von größeren Spielern dominiert und Anbietern wie dem Wohnungsvermittler Airbnb umgekrempelt wird. Accor sei an Mövenpick herangetreten. „Unsere Analyse hat gezeigt, dass der Verkauf an Accor in diesem Umfeld die beste Lösung darstellt“.

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    Den Namen Mövenpick sollen die Hotels behalten. Mit der Integration in die französische Gruppe mit 4300 Hotels, Ressorts und Residenzen in 100 Ländern werde das Wachstum der Sparte weiter beschleunigt. So sollen die Mövenpick-Hotels durch den Deal etwa Zugang zum Kundenbindungsprogramm von Accor erhalten. Weltweit sollen bis zum Jahr 2021 weitere 42 Mövenpick-Hotels eröffnet werden.

    Mövenpick wurde von dem schweizerischen Unternehmer Ueli Prager gegründet, der im Jahr 2011 verstorben war. Prager eröffnete 1948 sein erstes Restaurant in Zürich und stieg in den 1970er-Jahren ins Hotelgeschäft ein. Seine Mehrheit an der Mövenpick-Holding hatte Prager 1991 dem deutschen Unternehmer August von Finck verkauft.

    Nach der Jahrtausendwende trennte sich Mövenpick vom Eiscreme-Geschäft, das an den Nahrungsmittelriesen Nestlé ging. Später nahm die Familie das Unternehmen von der Börse. Die schweizerische Magazin „Bilanz“ schätzte das Vermögen der Familie im vergangenen Jahr auf insgesamt rund 4,7 Milliarden Franken (3,9 Milliarden Euro).

    Die Familie kontrolliert Mövenpick über eine schweizerische Gesellschaft namens Carlton-Holding, die von Luitpold Ferdinand von Finck, dem Sohn von August von Finck junior, geführt wird. An den Mövenpick-Hotels ist neben der Familie auch die saudi-arabische Investmentgesellschaft Kingdom Holding beteiligt, die von Prinz al-Waleed bin Talal kontrolliert wird. Sie hält rund ein Drittel der Anteile und hat dem Verkauf der Hotels ebenfalls zugestimmt.

    Zahlen zu Umsatz und Ergebnis der Hotelsparte verrät Mövenpick zwar nicht. Doch über Angaben von Accor lässt sich das Ergebnis einigermaßen abschätzen. Von den Franzosen heißt es, dass der Kaufpreis dem 14,9-fachen des für 2019 erwarteten Ergebnisses vor Abschreibungen und Steuern (Ebitda) entspricht.

    Die erwarteten Synergien werden dabei außer Acht gelassen. Über den Daumen gepeilt läge das Ergebnis der 84 Mövenpick-Hotels vor Abschreibungen und Steuern also bei überschaubaren 31 Millionen Euro.

    • mic
    • dpa
    • rtr
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