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BPÖlkonzern will Raffinerietochter Ruhr Oel verkaufen

An zwei Standorten stellt BP im Ruhrgebiet Kraftstoffe und Heizöl her. Doch die dortigen Raffinerien seien nicht mehr wettbewerbsfähig, sagt der Konzern und will sich vom Geschäft trennen. 06.02.2025 - 13:38 Uhr Artikel anhören
Die BP-Tochter Ruhr Oel soll den Besitzer wechseln. Foto: Fabian Strauch/dpa

Gelsenkirchen/Bochum. Der Mineralölkonzern BP will überraschend seine Raffinerietochter Ruhr Oel mit insgesamt rund 2.235 Beschäftigten verkaufen. Man beabsichtige, den Markt für einen möglichen Verkauf der Ruhr Oel GmbH sowie der dazugehörigen Raffinerieanlagen zu durchleuchten, teilte BP Europa in Bochum mit.

Damit beginne der Konzern umgehend. „Ziel ist es, noch im Jahr 2025 verbindliche Verkaufsvereinbarungen abzuschließen“, hieß es. Erst vor knapp einem Jahr hatte BP eine Neuaufstellung des Standorts angekündigt, der mit einem Kapazitäts- und Stellenabbau verbunden sein sollte.

An zwei Raffineriestandorten in Gelsenkirchen stellt das Unternehmen Kraftstoffe, Heizöle und petrochemische Grundstoffe her. Zu Ruhr Oel gehören auch ein Tanklager in Bottrop, das Spezialchemieunternehmen DHC Solvent Chemie in Mülheim/Ruhr, eine Beteiligung am Tanklager Maatschap Europort Terminal (MET) in Rotterdam sowie weitere Beteiligungen unter anderem an Pipelines.

In Gelsenkirchen und Bottrop sind nach Angaben des Unternehmens derzeit rund 2.000 Menschen beschäftigt, hinzu kommen 160 Auszubildende. In Mülheim zählt DHC Solvent Chemie rund 75 Beschäftigte.

Das Vorhaben stehe im Einklang mit der globalen Strategie von BP, hieß es. „In einem sich rasant entwickelnden Energiemarkt wollen und müssen wir uns fokussieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der BP Europa SE, Patrick Wendeler, laut der Mitteilung. „Nach eingehender Prüfung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Ruhr Oel GmbH unter einem neuen Eigentümer ihr volles Potenzial entfalten kann.“

„Raffineriestandort Gelsenkirchen ist nicht wettbewerbsfähig“

Erst vor elf Monaten hatte das Unternehmen eine Neuaufstellung der beiden Standorte in Gelsenkirchen angekündigt. Dabei stellte es eine reduzierte Verarbeitungskapazität von zwölf Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr auf rund acht Millionen Tonnen in Aussicht. Ein damit verbundener Arbeitsplatzabbau sollte sozialverträglich gestaltet werden, hieß es Anfang März 2024.

Raffinerieleiter Arno Appel hatte damals erklärt: „Derzeit ist unser Raffineriestandort in Gelsenkirchen nicht wettbewerbsfähig. Wir sind zu komplex und – nicht nur dadurch – mit strukturell zu hohen Kosten belastet.“ Der Umbau sollte bis zum Ende des Jahrzehnts dauern.

BP betonte jetzt, dass die Transformation zu weniger Komplexität und einer angepassten Verarbeitungskapazität beitrage. „Heute kann die Raffinerie nicht nur Rohöle aus aller Welt verarbeiten und hochwertige Kraftstoffe herstellen, sondern hat auch das Potenzial, in Zukunft Biokraftstoffe zu produzieren und in das Kunststoffrecycling einzusteigen.“

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Wann die Ruhr Oel in neue Hände kommt, ist offen. Dies hänge von regulatorischen und behördlichen Zustimmungen ab. „Während des Verkaufsprozesses wird der Raffineriebetrieb in gewohnter Weise fortgeführt“, erklärte BP.

dpa
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