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KommunalwahlenNach acht Jahrzehnten verliert die SPD Dortmund an die CDU

Paukenschlag bei den kommunalen Stichwahlen in NRW: Erstmals seit Jahrzehnten regiert in Dortmund nicht mehr die SPD, sondern die CDU. Die AfD bringt wohl keinen ihrer Kandidaten durch. 28.09.2025 - 20:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ein Wähler mit Kind gibt seine Stimme zur Stichwahl ab: In Städten, in denen die AfD im Rennen ist, liegt die Wahlbeteiligung höher. Foto: Benjamin Westhoff/dpa

Düsseldorf. Schwerer Schlag für die SPD in Nordrhein-Westfalen: Bei den Stichwahlen um Oberbürgermeister-Ämter hat die SPD die seit fast 80 Jahren sozialdemokratisch regierte Ruhrgebietsmetropole Dortmund an die CDU verloren. In den Stichwahlen in anderen Großstädten gewann die SPD unter anderem Köln zurück, wo sie seit zehn Jahren nicht mehr regierte – auch in Oberhausen konnte die SPD die Chefsessel von der CDU zurückerobern. Die Grünen werden wohl in Münster erstmals den Oberbürgermeister stellen, wie sich abzeichnete.

In Dortmund, das auch „Herzkammer der Sozialdemokratie“ genannt wird, unterlag SPD-Amtsinhaber Thomas Westphal nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den CDU-Herausforderer Alexander Omar Kalouti. Damit endet eine seit acht Jahrzehnten andauernde SPD-Ära in Dortmund. Kalouti holte laut vorläufigem Ergebnis in der drittgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens 52,92 Prozent der Stimmen, Westphal kam auf 47,08 Prozent der Stimmen.

Dagegen lag die SPD in der Millionenstadt Köln vorn. Dort konnte sich der SPD-Politiker und frühere Sportfunktionär Torsten Burmester offenbar gegen Landtags-Vizepräsidentin Berivan Aymaz von den Grünen durchsetzen. Die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) war nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten.

In der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf zeichnete sich ein Sieg der CDU ab. Der amtierende Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) lag vor der Grünen-Politikerin Clara Gerlach.

AfD bringt wohl keine Kandidaten durch

Die AfD unterlag in Stichwahlen in Duisburg und Gelsenkirchen gegen die SPD-Kandidaten. Auch in der Ruhrgebietsstadt Hagen entschied der CDU-Kandidat Dennis Rehbein die Stichwahl für das Oberbürgermeister-Amt mit 71,7 Prozent der Stimmen ebenfalls klar für sich. AfD-Kandidat Michael Eiche musste sich mit 28,3 Prozent geschlagen geben.

In der Stahl-Stadt Duisburg kam der langjährige SPD-Amtsinhaber Sören Link auf 78,6 Prozent der Stimmen, für seinen AfD-Konkurrenten Carsten Groß stimmten 21,4 Prozent. Der 49-jährige Link ist seit 13 Jahren Oberbürgermeister von Duisburg und konnte vor allem mit seinem Kurs gegen Sozialbetrug bei vielen Bürgern punkten.

Kommentar

Wenn es darauf ankommt, stößt die AfD an ihre Grenzen

Thomas Sigmund

In Gelsenkirchen wird die Sozialpolitikerin Andrea Henze (SPD) neue Oberbürgermeisterin. Die 49-Jährige setzte sich in der Stichwahl mit 66,9 Prozent der Stimmen gegen Norbert Emmerich von der AfD durch, der auf 33,1 Prozent kam. Gelsenkirchen leidet unter starken Strukturproblemen und verzeichnet die bundesweit höchste Arbeitslosenquote.

Auch in der vom Brücken-Desaster an der A45 geplagten Stadt Lüdenscheid bleibt SPD-Bürgermeister Sebastian Wagemeyer im Amt. Die von der CDU gestützte parteilose Herausforderin Melita Alzorba kam auf 49,6 Prozent.

Erstmals besetzt in Münster ein Grüner als Oberbürgermeister den Chefsessel im Rathaus. Tilman Fuchs setzte sich gegen den CDU-Kandidaten Georg Lunemann durch. Jedoch verloren die Grünen ihre Spitzenposten in Aachen und Bonn an die CDU. Die parteilose Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen unterlag CDU-Herausforderer Michael Ziemons. In Bonn wird CDU-Politiker Guido Déus neuer Oberbürgermeister. Er setzte sich gegen die bisherige Amtsinhaberin Katja Dörner durch.

Fast 150 Stichwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland

Zwei Wochen nach den Kommunalwahlwahlen standen im bevölkerungsreichsten Bundesland fast 150 Stichwahlen an. In 21 der 23 kreisfreien Städte wurden noch Oberbürgermeister gewählt, in 15 von 31 Kreisen gab es Duelle um Landratsämter. Außerdem wurden in mehr als 100 kreisangehörigen Städten im zweiten Wahlgang Bürgermeister bestimmt.

Die Stichwahlen wurden nötig, weil dort in der ersten Runde keiner der Bewerber auf Anhieb mehr als 50 Prozent erreicht hatte. In der zweiten Runde reicht nun die einfache Mehrheit.

CDU klare Wahlsiegerin der ersten Runde

Im bevölkerungsreichsten Bundesland war die CDU im ersten Wahlgang am 14. September trotz leichter Rückgänge mit 33,3 Prozent der Stimmen klar die stärkste Kraft geblieben. Die AfD hatte laut vorläufigem Landesergebnis ihren Stimmenanteil in Räten und Kreistagen auf 14,5 Prozent fast verdreifacht. In der bundesweit beachteten Wahl landete sie auf dem dritten Platz hinter der SPD, die auf 22,1 Prozent kam.

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Die Grünen mussten erhebliche Einbußen hinnehmen und holten 13,5 Prozent nach 20 Prozent bei den Kommunalwahlen 2020. Die Linke kam auf 5,6 Prozent und die FDP auf 3,7 Prozent.

dpa
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