NRW-Wahl: „Die SPD hat die Menschen mit kleinem Portemonnaie vergessen“
Dortmund. Hätte er ein paar Jahre früher kandidiert, hätte Thomas Westphal sich den Aufzug hoch und die unzähligen Treppen runter sparen können. Er hätte die Wahl ohnehin gewonnen.
Jetzt aber startet er mit seinem Parteikollegen ganz oben in einem Hochhaus in Dortmund, im elften Stockwerk. Sie klingeln an jeder Tür. Bleibt die Tür verschlossen, legen sie die SPD-Flyer und die roten Kugelschreiber auf die Fußmatte. Öffnet einer, dann sagt Westphal: „Hallo, ich bin ihr Oberbürgermeister.“ Noch zumindest.
In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind am kommenden Sonntag Kommunalwahlen, und Thomas Westphal, 58 Jahre, tritt als SPD-Oberbürgermeisterkandidat in Dortmund an. Klar, Kommunalwahlen folgen anderen Gesetzen als Bundestagswahlen.
Doch NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland, und so gilt die Abstimmung doch als Stimmungstest. Als Gradmesser, wie zufrieden die Bürger und Bürgerinnen denn so sind mit der Arbeit der Bundesregierung. Für die SPD sind sie aber mehr als das: Sie sind eher eine Pulskontrolle, um einzuschätzen, wie lebensfähig die Partei noch ist.