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EnergieBayern prüft Reaktivierung von AKW Gundremmingen

Der Freistaat will prüfen lassen, ob das Atomkraftwerk Gundremmingen den Betrieb wieder aufnehmen kann. Betreiber RWE warnt vor fehlenden Genehmigungen.Kathrin Witsch 04.03.2022 - 14:06 Uhr Artikel anhören

Bayern prüft, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Foto: imago/Michael Eichhammer

Düsseldorf. Die bayerische Landesregierung will prüfen lassen, ob eine Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Gundremmingen möglich ist. Das hatte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag gegenüber der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ gesagt. Das Atomkraftwerk wurde Ende vergangenen Jahres abgeschaltet. 

„Der Block C des KKW Gundremmingen hat seine Berechtigung zum Leistungsbetrieb bereits verloren“, sagte ein Sprecher von RWE auf Anfrage des Handelsblatts. Dass die Bundesregierung mit Blick auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine alle Versorgungsoptionen prüfe, könne man aber nachvollziehen. Noch hätten sich die Behörden wegen einer Prüfung nicht an RWE gewandt, sollte das der Fall sein, „stellen wir die angefragten Informationen selbstverständlich zur Verfügung“.

Der Ukrainekrieg sorgt für ein Umdenken in der deutschen Energiepolitik. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) setzte sich zuletzt für den Bau von LNG-Terminals ein, spricht sich dafür aus, eine Kohlereserve anzulegen, und hatte sogar eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke nicht ausgeschlossen. Zwei Tage später stellte der Minister allerdings klar, dass man sich auf andere Maßnahmen konzentrieren wolle, weil die Genehmigungen für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke fehlten. 

Die Atomkonzerne zeigen sich derweil zwar offen für Gespräche, weisen aber darauf hin, dass nicht nur fehlende Genehmigungen zum Problem werden könnten. 

„Unser Kraftwerk in Emsland ist auf den Auslaufbetrieb zum Ende des Jahres ausgerichtet, zu dem Zeitpunkt wird der Brennstoff aufgebraucht sein. Ein Weiterbetrieb wäre – anders als etwa bei Kohlekraftwerken – nicht ohne Weiteres machbar“, stellte RWE klar. Die Hürden seien extrem hoch, auch technisch. 

Drei Reaktoren sollen Ende 2022 vom Netz gehen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke trotzdem Vorrang vor einer zusätzlichen Kohleverstromung einräumen. Neben Gundremmingen wurden im vergangenen Jahr mit Brokdorf und Grohnde zwei weitere Atomkraftwerke stillgelegt. Noch am Netz sind Isar 2, ebenfalls in Bayern, mit einer Leistung von 1.400 Megawatt. Die restlichen noch aktiven Atomkraftwerke Deutschlands stehen im niedersächsischem Emsland und Neckarwestheim in Baden-Württemberg. 

Alle drei werden nach den Beschlüssen zum Atomausstieg von 2011, dem Jahr des Reaktorunfalls in Fukushima, Ende 2022 vom Netz gehen. Die Kraftwerke stehen für rund drei Prozent der Stromproduktion in Deutschland. 2021 waren es noch rund zwölf Prozent. 

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Lars Feld, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrats und heute Chefberater von Finanzminister Christian Lindner (FDP), hält längere Laufzeiten in der aktuellen Situation jedoch für ratsam. „Viel spricht dafür, dass wir die Atomkraftwerke noch etwas länger brauchen, bis die Erneuerbaren stärker ausgebaut sind“, sagte Feld dem Handelsblatt. Würden die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet, stünden sie als Option für die Versorgungssicherheit nicht mehr zur Verfügung.

Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger gab hingegen zu bedenken, dass „die Kehrseite des Atomstroms das Thema Sicherheit“ ist. Der bayerische Politiker plädiert deswegen dafür, „auf dem Weltmarkt jede verfügbare Kohle“ zu kaufen. Auch Braunkohle müsse im Notfall stärker genutzt werden. 

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