Energiesicherheit: Das Ende der Heizperiode naht, Putins Drohpotenzial beim Gas schwindet
Russland könnte zum Schlag gegen ganz Europa ausholen.
Foto: dpaDüsseldorf. Seit Monaten bereitet die Abhängigkeit von russischem Erdgas Politikern von Berlin bis Brüssel tiefe Sorgenfalten. Jetzt scheint die Gefahr gebannt – zumindest erstmal. Denn inzwischen käme Europa ganz ohne russisches Gas aus. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Brüsseler Thinktanks Bruegel. Dank milderer Temperaturen und eines absehbaren Endes der Heizperiode hat Putin eine seiner größten Drohkulissen zumindest kurzfristig verloren.
Die restlichen Gasvorräte in Europa dürften selbst im Fall einer ungünstigen Wetterentwicklung und eines Ausfalls aller russischen Lieferungen ab Ende dieses Monats ausreichen, um den Bedarf für die restliche Heizsaison zu decken. „Dank milderer Witterung und starker Flüssigerdgas-Einfuhren sind die Speicher mittlerweile ausreichend gefüllt, um diese Heizperiode auch ohne russische Einfuhren zu überstehen“, erklärt Georg Zachmann von Bruegel. Allerdings müsste dafür Gas aus besser versorgten Ländern an solche mit kritischerer Versorgung weitergereicht werden.
Im Moment befinden sich die Speicherstände zwar immer noch auf einem niedrigen Niveau. Im Schnitt sind sie gerade mal zu knapp über dreißig Prozent gefüllt. Haben sich damit aber laut dem Marktforschungsunternehmen ICIS wieder im „normalen Bereich“ eingependelt.