Energiewende: So viel kostet die Infrastruktur der Zukunft
Düsseldorf, Berlin. Beim Umbau des Energiesystems in Deutschland stehen in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als einer Billion Euro an. Das zeigt eine Analyse von Prognosen und Studien, die das Handelsblatt Research Institute (HRI) ausgewertet hat. Das Ergebnis: Deutschland braucht 1,1 Billionen Euro, um das gesetzlich verankerte Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Zum Vergleich: Das ist 65-mal so viel wie die Haushaltslücke, über die die Ampelregierung Ende des Jahres wochenlang diskutiert hat.
Diese Summe wird der Staat, aber vor allem Unternehmen, Finanzinstitute und Bürger tragen müssen. Das meiste Geld muss in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen, aber unter anderem auch in Stromspeicher und -netze.
Viele dieser Investitionen, besonders in dringend benötigte Gaskraftwerke, rechnen sich für die Unternehmen nicht ohne staatliche Zuschüsse. Dafür hat die Bundesregierung bereits Anfang 2023 eine Kraftwerksstrategie für das erste Halbjahr des vergangenen Jahres angekündigt, aber bislang nichts vorgelegt.
Auch bei anderen wichtigen Investitionsprojekten, zum Beispiel beim Thema CO2-Speicherung, wartet die Branche auf eine Strategie der Regierung. Unternehmer beklagen diese Unsicherheit und stoßen bereits Projekte an, oftmals in Kooperation mit ausländischen Unternehmen, da es dort bereits erste Regelungen gibt.