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Energie

Expansionspläne Energiekonzern RWE überrascht mit Kapitalerhöhung – und nimmt rund zwei Milliarden Euro ein

Das Essener Unternehmen will Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren. Dafür besorgt sich RWE an den Finanzmärkten die entsprechende Ausstattung.
18.08.2020 Update: 19.08.2020 - 14:52 Uhr Kommentieren
Der Essener Konzern baut an der Zukunft als Konzern für erneuerbare Energien: Ende vergangenen Jahres war RWE wieder in die Produktion von grünem Strom eingestiegen. Quelle: dpa
Offshore-Windpark

Der Essener Konzern baut an der Zukunft als Konzern für erneuerbare Energien: Ende vergangenen Jahres war RWE wieder in die Produktion von grünem Strom eingestiegen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für die bestehenden Aktionäre war es eine böse Überraschung – aber das haben Kapitalerhöhungen immer an sich. Schließlich sinkt die Bedeutung der eigenen Anteile. Folgerichtig gab die Aktie von RWE am Mittwochvormittag um vier Prozent auf 32,80 Euro nach.

Am Dienstagabend hatte sich der Energiekonzern überraschend mit einer Kapitalerhöhung rund zwei Milliarden Euro besorgt. Das Unternehmen will mit dem frischen Geld die Expansion im neuen Kerngeschäft erneuerbare Energien finanzieren.

Nach Börsenschluss in Deutschland hatte das Unternehmen mitgeteilt, das Grundkapital um zehn Prozent zu erhöhen. Innerhalb weniger Stunden waren die neuen Aktien dann im Rahmen einer Privatplatzierung und mittels eines beschleunigten Verfahrens bei institutionellen Investoren platziert worden.

Dabei wurden 61,5 Millionen neue Aktien zum Preis von 32,55 Euro zugeteilt, wie RWE nach Abschluss der Kapitalerhöhung mitteilte. Das Angebot war fast dreifach überzeichnet. Bezugsrechte der Altaktionäre waren ausgeschlossen worden.

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    Analysten begrüßten den Schritt. „Kurzfristig verwässert die Kapitalerhöhung die Erträge, aber sie gibt RWE mehr Flexibilität, um das mittel- bis langfristige Wachstum zu beschleunigen“, urteilte Bernstein Research und sieht die RWE-Aktie als Outperformer und das Kursziel bei 37 Euro.

    „Der erwartete Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung soll für Investitionen in den zusätzlichen, kurzfristigen Ausbau des Portfolios an erneuerbaren Energien, in die Weiterentwicklung der Projektpipeline und in weitere sich mittel- und langfristig bietende Wachstumsmöglichkeiten verwendet werden“, teilte das Unternehmen mit. Und das über die bisherigen Wachstumsziele hinaus: RWE hatte angekündigt, die bestehenden Kapazitäten an erneuerbaren Energien bis Ende 2022 auf 13 Gigawatt Leistung auszubauen und fünf Milliarden Euro zu investieren.

    Deutschlands größter Stromproduzent war erst Ende vergangenen Jahres wieder in die Produktion von grünem Strom eingestiegen. Bei einem milliardenschweren Tauschgeschäft mit Konkurrent Eon gab RWE zwar die Konzerntochter Innogy ab, allerdings nur mit den Sparten Vertrieb und Netz. Innogys Aktivitäten bei den erneuerbaren Energien behielten die Essener und übernahmen dazu diejenigen, die bisher Eon betrieben hatte.

    Seither deckt RWE wieder die gesamte Palette der Stromproduktion ab, von Atom- und Kohlekraftwerken über Gas bis hin zu Wind- und Solarenergie. Nachdem inzwischen nach dem Atom- auch der Kohleausstieg besiegelt ist, will RWE die Investitionen auf die erneuerbaren Energien fokussieren. Bis zum Jahr 2040 will Europas derzeit größter Emittent von CO2 klimaneutral werden.

    RWE hatte erst vor Kurzem bekanntgegeben, von Nordex eine umfangreiche Entwicklungspipeline an Wind- und Solarprojekten in Europa im Volumen von 2,7 Gigawatt übernehmen zu wollen. Ein Teil des jetzt erwarteten Erlöses soll für die Finanzierung dieses Zukaufs verwendet werden.

    „Wir freuen uns, dass unser Angebot so gut angekommen ist und somit unser Wachstumskurs bei den erneuerbaren Energien von den Anlegern gestärkt wird“, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz nach Abschluss der Transaktion. „Die zusätzliche finanzielle Flexibilität ermöglicht, unsere Projektpipeline zu erweitern und unser kontinuierliches Wachstum bei Windkraft und Solarenergie zu beschleunigen.“

    Die kommunalen Aktionäre von RWE begrüßten die Kapitalerhöhung. „Wir sehen das positiv“, sagte Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, der derzeit den Vorsitz im Verband der kommunaler RWE-Aktionäre innehat (VKA). Zwar sinke der Anteil der kommunalen Aktionäre, der derzeit noch auf rund 18 Prozent geschätzt wird. Mit dem frischen Kapital könne RWE dem Thema erneuerbare Energien aber „einen richtigen Schub“ geben. Für die kommunalen Aktionäre sei RWE ein strategisches Investment.

    Mehr: RWE steigert Gewinn trotz Coronakrise kräftig.

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