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Schub für die AktieRWE steigert Gewinn trotz Coronakrise kräftig

Der Stromproduzent erweist sich in der Pandemie als robust. Und auch die Prognose will RWE am oberen Ende der Bandbreite erfüllen.Jürgen Flauger 13.08.2020 - 09:34 Uhr aktualisiert

Nach dem Tauschgeschäft mit Eon will RWE seine Kräfte auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien bündeln – und bis 2040 klimaneutral werden.

Foto: dpa

Düsseldorf. RWE lässt sich von der Corona-Pandemie nicht bremsen und steigerte den Gewinn im ersten halben Jahr deutlich. Das – um Sondereffekte bereinigte – Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 18 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg sogar um 33 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Und auch bei der Jahresprognose bleibt der Konzern optimistisch. Die Ergebnisse sollen nun am oberen Ende der prognostizierten Bandbreiten liegen.

„Die Weltwirtschaft wird absehbar weiter im Schatten von Corona stehen. Doch RWE kommt bislang gut durch diese Zeit“, betonte Finanzvorstand Markus Krebber zur Präsentation des Zwischenberichts: „Wir verzeichnen deutliche Ergebniszuwächse.“

Am Vortag hatte Eon noch über Belastungen durch die Coronakrise berichtet. Tatsächlich spürt auch der Strommarkt die Auswirkungen des Lockdowns in vielen Ländern. Der Stromverbrauch war im zweiten Quartal deutlich gesunken und dürfte auch noch bis zum Jahresende im Minus sein. Während Eon mit seinen Sparten Vertrieb und Netzgeschäft aber den Einbruch spürt, können Stromproduzenten wie RWE die Folgen in der Regel besser abfangen. Sie haben meist ihre Strommengen schon langfristig am Terminmarkt verkauft. Ähnlich wie RWE hatte sich am Dienstag bereits Uniper geäußert.

RWE hatte für das Ebitda eine Bandbreite zwischen 2,7 und drei Milliarden Euro ausgegeben und für das Ebit von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Jetzt ist Krebber zuversichtlich, dass RWE jeweils am oberen Ende landen wird.

Der Energiekonzern hatte sich Ende vergangenen Jahres neu aufgestellt. Im Tauschgeschäft mit Eon gab der Konzern zwar seine Tochter Innogy mit den Sparten Vertrieb und Netze ab, übernahm von Innogy aber die erneuerbaren Energien und auch die, die bisher Eon betrieben hat. RWE deckt damit wieder die komplette Palette der Stromproduktion ab – und will, da nach dem Atomausstieg auch das Aus für die Kohle besiegelt wurde, seine Kräfte auf die erneuerbaren Energien setzen.

Dividende je Aktie soll steigen

RWE hat die Aktivitäten bei den erneuerbaren Energien und dem Energiehandel deshalb als Kerngeschäft definiert. Hier verbesserte sich das Ebitda um neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Unter anderem waren die Offshore-Windanlagen besser ausgelastet als im Jahr zuvor, weil die Wetterverhältnisse schlicht besser waren. Einbußen musste RWE dagegen beim Energiehandel verkraften. Hier seien die Geschäfte im Vorjahr aber auch „außergewöhnlich gut“ verlaufen, erklärte der Konzern.

Bis Ende des Jahres sollen neue Windkraft- und Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,3 Gigawatt (GW) in Betrieb gehen, wie RWE am Donnerstag mitteilte. Corona-bedingt werde sich allerdings die Inbetriebnahme einiger Anlagen ins nächste Jahr verschieben – vor allem in den USA. Vor wenigen Tagen hatte RWE bekanntgegeben, die Projektpipeline von Nordex zu übernehmen. Diese umfasst Onshore-Windanlagen und Solaranlagen in Europa mit einem Volumen von 2,7 Gigawatt.

Im Segment Kohle und Kernenergie erzielte RWE ein Ebitda von 310 Millionen Euro, mehr als das Doppelte als ein Jahr zuvor. Hier profitierte RWE von höheren Preisen im Großhandel – und hatte die Erzeugung bereits in den Vorjahren „nahezu vollständig auf Termin“ verkauft.

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Von der positiven Entwicklung sollen auch die Aktionäre profitieren: „Wir bekräftigen unser Ziel, die Dividende anzuheben“, sagte Finanzvorstand Krebber. Die Aktie des Energiekonzerns legte zum Handelsstart um rund 1,6 Prozent zu.

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