Interview: Chemiepark-Chef Günther: „Die Gaspreise steigen ständig und auch noch in Sprüngen“
„Schnell Entspannung bekommen wir nur, wenn mehr Gas verfügbar wird“, sagt Chemiepark-Chef Günther.
Foto: obsChristof Günther ist Geschäftsführer von Infraleuna, dem Betreiber des in Leuna in Sachsen-Anhalt gelegenen Chemieparks. Es ist eines der größten und modernsten Chemiezentren in Deutschland.
Zahlreiche Mittelständler, aber auch Konzerne wie BASF und Linde betreiben dort Anlagen, die untereinander vernetzt sind und sich die Infrastruktur wie etwa ein Gaskraftwerk teilen.
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Günther, wie abhängig sind die Chemiefirmen im Chemiepark Leuna von preiswertem Erdgas?
Als zweitgrößter Gasverbraucher in Ostdeutschland brauchen wir Gas zur Hälfte für die Befeuerung der Kraftwerke. Die andere Hälfte fließt als Rohstoff in die Chemieproduktion. Wir sind von der aktuellen Gaspreis-Krise also gleich zweifach getroffen.
Wie schwer ist das bereits jetzt zu sehen?
Noch können wir zumindest auf Energieseite die massive Verteuerung etwas dämpfen. In unserem Chemiepark kommt die Energie nicht allein aus einem Gaskraftwerk, wir nutzen hier auch die Prozesswärme aus den Anlagen. Ich bin aber sicher: Die Belastung für die Firmen wird nach und nach stärker, spätestens nach der Jahreswende wird das teure Gas hier voll auf die Kosten schlagen. Bei Chemiefirmen, die Gas zusätzlich als Rohstoff brauchen, ist das schon jetzt der Fall. Bei ihnen ist die Schmerzgrenze längst überschritten.