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OMV, Repsol, WintershallDie Ölkonzerne aus der zweiten Reihe glänzen wieder

Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. Das beschert vor allem mittleren Konzernen wie OMV und Repsol eine Renaissance.Sandra Louven, Kathrin Witsch und Hans-Peter Siebenhaar 02.08.2018 - 17:42 Uhr Artikel anhören

Der spanische Konzern profitiert von gestiegenen Ölpreisen.

Foto: Alfredo Cáliz

Madrid, Düsseldorf, Wien. Mit Stolz vermeldete Rainer Seele bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz des Ölkonzerns OMV die Renaissance der Branche. Das Geschäft mit dem schwarzen Gold läuft wieder dank der gestiegenen Ölpreise. Zuletzt notierte die Nordseesorte Brent deutlich über 70 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Das kommt den Erträgen wie auch dem finanziellen Standing von Österreichs größtem Konzern zugute. Eine Hybridanleihe der OMV mit dem Volumen einer halben Milliarde Euro war mehr als zweifach überzeichnet. Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch stuften den Konzern, der mehrheitlich im Besitz von Österreich und Abu Dhabi ist, jüngst hoch.

Dabei ist der Ertragseffekt des Ölpreisanstiegs im Falle OMV bisher noch moderat. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg in den ersten sechs Monaten um fünf Prozent auf 1,54 Milliarden Euro.

Andere Konzerne aus der zweiten Reihe glänzten noch deutlicher. Der spanische Ölkonzern Repsol erzielte im ersten Halbjahr mit 1,5 Milliarden Euro einen Rekordgewinn. Dieser Nettoertrag lag 46 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums und war so hoch wie seit 2012 nicht mehr. Grund für den Sprung war der Anstieg des Ölpreises – 91 Prozent des Gewinnplus stammen aus dem Bereich Upstream, also der Ölförderung und Produktion.

Die Zahlen zeigen aber auch, dass der Konzern seine Prozesse gestrafft hat und von den Sparplänen und Asset-Verkäufen der vergangenen Jahre profitiert: Der Gewinn reicht an das Niveau von 2012 ran, als der Ölpreis im Schnitt bei annähernd 114 Dollar je Barrel lag, während er im ersten Halbjahr nur knapp 71 Dollar erreichte.

Die Börse honoriert den Umbau der Spanier, zu dem auch ein drastischer Abbau der Schulden gehörte. Seit April 2014 hat die Repsol-Aktie 20 Prozent an Wert gewonnen. Den Anlegern hat Repsol überdies versprochen, die Dividende bis 2020 von aktuell 90 Cent auf einen Euro zu erhöhen. Die Dividendenrendite liegt bei 5,29 Prozent.

Zwar wollen die Spanier künftig ihre Förderkapazitäten ausbauen. Gleichzeitig setzen sie aber im Gegensatz zur OMV auf erneuerbare Energien. Im Juni hat Repsol bereits zwei Gas- und Dampfkraftwerke vom spanischen Energiekonzern Viesgo gekauft sowie dessen Geschäft mit dem Gas- und Stromvertrieb an die Endkunden.

Wintershall setzt voll auf fossile Rohstoffe

Der Kauf in Höhe von 750 Millionen Euro war der erste Schritt auf dem Weg, das Geschäftsfeld auszubauen. Bis 2020 will der Konzern dafür 2,5 Milliarden Euro investieren.

Anders als Repsol setzt die BASF-Tochter Wintershall in Zukunft voll auf fossile Rohstoffe. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten lieferte Wintershall regelmäßig mehr als ein Fünftel des operativen Konzerngewinns der BASF, bevor ab 2015 die Erträge aufgrund der weltweiten Ölpreiskrise deutlich zurückgingen.

Dank steigender Preise konnte Wintershall seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal aber wieder auf 391 Millionen Euro steigern und damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. Durch die 2019 geplante Fusion mit der Deutschen Erdöl AG (Dea) wird sich der Gewinn voraussichtlich noch weiter steigern. 

Ähnlich wie Repsol will auch die österreichische OMV die Aktionäre belohnen. Die Dividende soll mindestens gleich bleiben, aber falls möglich weiter steigen, betonte Seele am Donnerstag. Im Mai hatte die OMV eine Rekorddividende von 1,50 Euro pro Aktie gezahlt.

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Die Dividendenrendite liegt damit zurzeit aber nur bei 3,4 Prozent. Beim Aktienkurs können die Österreicher den Spaniern ohnehin nicht das Wasser reichen. Nicht zuletzt wegen des verzögerten Asset-Tausches mit der russischen Gazprom sank der Aktienkurs der OMV im ersten Halbjahr um rund 15 Prozent.

Das soll sich nun schleunigst ändern, verspricht der CEO. „Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, auf dass wir eine Kurssteigerung erleben“, sagte Seele und eilte nach der Bilanzvorstellung zur Telefonkonferenz mit Analysten, um die Werbetrommel zu rühren.

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