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Rolf Martin Schmitz im InterviewRWE-Chef will Milliarden in Solar, Wind und Wasserstoff investieren

Noch vor Kurzem war RWE ein Sanierungsfall. Jetzt greift CEO Schmitz wieder an, und zwar bei erneuerbaren Energien. Er wäre sogar zum beschleunigten Kohleausstieg bereit.Peter Brors, Jürgen Flauger 26.08.2020 - 04:00 Uhr

Der 63-Jährige wird den Vorstandsvorsitz im Sommer nächsten Jahres an Finanzvorstand Markus Krebber übergeben.

Foto: Dominik Asbach für Handelsblatt

Essen. Noch vor drei Jahren war RWE eine Art Dinosaurier der Energiebranche und galt als veritabler Pleitekandidat. Die Lage war „existenzbedrohend“, räumt selbst Vorstandschef Rolf Martin Schmitz ein.

Jetzt, da sich große Teile der Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie in der Krise befinden, schaltet der CEO des Dax-Konzerns mit ehrgeizigen Wachstumsplänen in den Angriffsmodus. „Wir wollen jetzt Vollgas geben“, kündigte Schmitz im Interview mit dem Handelsblatt an: „Das Tempo beim Umbau des Konzerns muss noch schneller werden.“

RWE hat durch den Deal mit Konkurrent Eon eine Art zweites Leben eingehaucht bekommen. Dabei übernahm Eon die RWE-Tochter Innogy, behielt aber nur die Bereiche Netze und Vertrieb. RWE bekam unter anderem eine Beteiligung an Eon und vor allem die erneuerbaren Energien von Innogy, aber auch die Aktivitäten in diesem Bereich, die bis dahin Eon gehörten. RWE deckt damit wieder die komplette Palette der Stromproduktion ab, von Atom- und Kohlekraftwerken über Gasanlagen bis hin zu Wind- und Solarstrom – und will Milliarden in erneuerbare Energien investieren.

Fünf Milliarden Euro waren bislang bis Ende 2022 für entsprechende Investments geplant. Mit einer Kapitalerhöhung hat sich Deutschlands größter Stromproduzent nun zwei weitere Milliarden Euro besorgt – die nach Schmitz“ Worten mit Fremdkapital noch aufgestockt werden sollen.

RWE wolle sich vor allem Wind- und Solarprojekte kaufen, kündigte Schmitz an: „Die Gelegenheiten sind derzeit da – und die wollen wir nutzen.“ Auch beim Thema Wasserstoff sieht der 63-Jährige „großes Potenzial“.

Für Klimaschützer ist RWE mit seinen Atom- und Kohlekraftwerken noch immer das Feindbild Nummer eins. Doch die Transformation läuft – und laut Schmitz kann sie schneller vollendet werden als geplant: „Wenn es machbar ist, also wenn der Ausbau der Erneuerbaren und der Netze sehr schnell vorankommt, wären wir bereit, den Kohleausstieg zu beschleunigen.“

Lesen Sie hier das komplette Interview:

Herr Schmitz, in der vergangenen Woche hat RWE den Markt mit einer Kapitalerhöhung überrascht. Warum? Ist der Konzern nach dem Deal mit Eon noch immer so schwach, dass er seine Investitionen in das neue Kerngeschäft mit erneuerbaren Energien nicht aus eigener Kraft stemmen kann?
Unsere Bilanz ist nicht schwach. Im Gegenteil. Die fünf Milliarden Euro, die wir bis Ende 2022 in unser neues Geschäft mit erneuerbaren Energien investieren wollten, hätten wir auch ohne die Kapitalerhöhung schultern können. Wir haben aber erkannt, dass uns das nicht reicht. Wir wollen noch schneller wachsen. Das Tempo beim Umbau des Konzerns muss noch schneller werden. Unsere Projektpipeline ist zwar gut. Schon jetzt wollen wir bis 2022 unsere installierte Leistung bei den erneuerbaren Energien von über neun auf 13 Gigawatt aufstocken…

…das entspricht der Bruttoleistung von 13 Kernkraftwerken.
Stimmt. Wir wollen aber noch mehr.

Was konkret wollen Sie denn mit dem Geld machen? Neue Windparks und Solaranlagen kaufen?
Wir schauen uns Solar an, und wir schauen uns Wind an. Fertige Anlagen interessieren uns nicht. Daran verdienen wir nichts. Und es hilft dem Klimaschutz nicht, da es nicht zu einer Erhöhung der Kapazität führt. Kaufen kann jeder. Wir suchen Projekte, die wir mit unserem Know-how entwickeln können. Der Deal, den wir Ende Juli mit Nordex geschlossen haben, ist da beispielhaft. Der bringt uns auf einen Schlag eine Pipeline an Solar- und Windkraftprojekten mit einem Volumen von 2,7 Gigawatt Leistung. Die Gelegenheiten sind derzeit da – und die wollen wir nutzen. Wir wollen jetzt Vollgas geben.

Und wie kam es zu der plötzlichen Erkenntnis, dass RWE schneller wachsen muss? Ihr bisheriges Ziel haben Sie erst im März ausgegeben.
Ich bekomme jeden Tag einen großen Pressespiegel mit Berichten zu erneuerbaren Energien. Da stehen viele gute Projekte drin. Aber da kam mir viel zu selten RWE vor. Für uns ist das Geschäft ja auch wieder neu. Die Transaktion mit Eon, bei der wir unsere Tochter Innogy abgegeben haben und im Gegenzug die erneuerbaren Energien von Innogy und auch von Eon übernommen haben, wurde ja erst Ende vergangenen Jahres besiegelt. Und unsere neue Einheit für die erneuerbaren Energien ist erst seit wenigen Wochen komplett. Wir haben uns dann zusammengesetzt und sind zum Schluss gekommen, dass wir über die bislang beschlossenen fünf Milliarden Euro hinaus investieren können. Und natürlich wollten wir auch erst einmal abwarten, wie sich die Coronakrise auswirkt.

Und jetzt sehen Sie klarer?
Ja, Corona hat das Klimaproblem nicht verdrängt. Im Gegenteil, es beschleunigt Investitionen in Nachhaltigkeit. Da sagen wir einfach: „Volle Kraft voraus“.

Die zwei Milliarden, die RWE durch die Kapitalerhöhung eingenommen hat, kommen also noch zu den fünf Milliarden Euro dazu?
Ja. Wir haben zwei Milliarden Euro mehr an Eigenkapital. Und weil uns das dann auch noch eine höhere Fremdkapitalaufnahme erlaubt, ist der Spielraum sogar noch größer, ohne dass dabei unser Verschuldungsziel insgesamt gefährdet würde. Allerdings werden wir das neue Kapital nicht bis Ende 2022 ausgegeben haben. Das könnte etwas länger dauern, aber auch dieser Zeitraum wird überschaubar bleiben. Die Kapitalerhöhung gibt uns noch mehr Firepower – und es zeigt dem Markt: Wir sind da. Das ist ein wichtiges Zeichen. Die Unternehmen kommen jetzt zu uns.

Wie hart ist der Wettbewerb in diesem Bereich? Auch andere Größen wie BP wollen im Geschäft mit den erneuerbaren Energien mitmischen.
Der Markt ist hart. Und es ist wichtig, als ernst zu nehmender Player wahrgenommen zu werden.

Gibt es überhaupt genug Gelegenheiten?
Der Markt ist riesig. Es kommt natürlich immer auch auf die Rahmenbedingungen an. Bei den Konditionen, die jetzt in Deutschland geplant sind, könnte es hierzulande für Offshore-Wind zwar schwer werden, aber weltweit ist der Markt unglaublich groß. Vor einem Konkurrenten wie BP ist mir deshalb nicht bange. Es geht ja auch nicht nur um Kapitalkraft. Man muss auch die Projekte haben und das Know-how, um die Projekte zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben. Und beides haben wir.

Werden Sie auch in das Zukunftsgeschäft Wasserstoff investieren?
Das ist ein Thema mit großem Potenzial. Natürlich wird es noch zehn, 15 Jahre dauern, bis das Geschäft ordentliche Ergebnisse abwerfen kann. Aber für RWE ist das ein interessantes Geschäftsfeld. Das Interesse aus der Industrie ist auch sehr groß. Viele Unternehmen melden sich bei uns. Und wir sind da auch in einer sehr guten Position und sind schon in vielen Projekten dabei – in Deutschland, Niederlande und Großbritannien.

Aber das Geschäft lockt viele an.
Im Gegensatz zu anderen Unternehmen können wir aber die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Wir können den grünen Strom liefern, um grünen Wasserstoff herzustellen. Wir haben das Know-how, um Elektrolyseure zu bauen. Wir haben Kontakt zu großen Kunden. Unsere Gasspeicher kann man auch als Wasserstoffspeicher nutzen – und wir können mit unserer Tradingabteilung Wasserstoff weltweit handeln und untersuchen, ob wir LNG-Terminals auch für Wasserstoff nutzen können.

Das sind ja schöne Perspektiven. Vor vier Jahren, als RWE Innogy abgespalten hat, galt RWE noch als Dinosaurier und Pleitekandidat. Sie selbst sagten: „Natürlich steckt RWE in einer ernsten Krise.“ Im Unternehmen war sogar von einer „existenzbedrohenden Situation“ die Rede.
Das war auch so.

Wie würden Sie den Zustand von RWE jetzt bezeichnen? Ist der Turnaround perfekt?
Ja. Der Kernenergieausstieg läuft, beim Kohleausstieg fehlen nur noch die letzten Details. Wir und vor allem unsere Mitarbeiter haben Planungssicherheit – und RWE kann sich dem neuen Kerngeschäft mit erneuerbaren Energien zuwenden. Noch dazu sind wir bisher sehr gut durch die Coronakrise gekommen.

Der Deal mit Eon, den Sie Anfang 2018 vereinbart haben, war sicherlich der Befreiungsschlag. RWE hat seither wieder ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld. Aber, wenn diese Gelegenheit nicht gekommen wäre: Was wäre dann aus RWE geworden? Schließlich ist inzwischen nach dem Atom- auch der Kohleausstieg beschlossen.
Wir haben damals nicht nur mit Eon gesprochen. Wir hatten mehrere gute Angebote. Und alle hätten uns den Einstieg in die erneuerbaren Energien ermöglicht und uns eine gute Pipeline eingebracht.

Der norwegische Staatsfonds hat RWE jüngst aus dem Portfolio geworfen. „Die lehnen uns ab, weil wir noch in der Kohle engagiert sind. Aber Gas und Öl ist für sie ok“, wundert sich RWE-Chef Rolf Martin Schmitz.

Foto: dpa

Ohne den Wiedereinstieg in die Produktion von grünem Strom hätte RWE aber keine Zukunft gehabt?
Ja, aber ein wenig Glück muss man auch haben.

Aber noch haben Sie auch das alte Geschäft im Konzern. Emotional wird die Kohle den Konzern noch lange beschäftigen. RWE wird noch lange mit dem Konflikt um den Hambacher Forst verbunden bleiben.
Wir haben jetzt aber eine gute, vernünftige Lösung gefunden. Der Forst bleibt erhalten. Andererseits wissen unsere Mitarbeiter jetzt, wie es weitergeht.

Im Gesetz sind ausdrücklich Revisionsklauseln vorgesehen, um den Kohleausstieg sogar zu beschleunigen. Wären Sie denn dazu bereit?
Ja. Wenn es machbar ist, also wenn der Ausbau der Erneuerbaren und der Netze sehr schnell vorankommt, wären wir bereit, den Kohleausstieg zu beschleunigen. Ob es wirklich die 18 Jahre sind oder 15? Das ist für mich offen. Das entscheidet die Politik. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen – und die sind im Gesetz skizziert. Unsere Mitarbeiter sind abgesichert. Das ist mir wichtig.

Aber, sosehr Sie auch RWE neu aufstellen, für Klimaschützer ist RWE immer noch ein Feindbild. Und im Hambacher Forst gibt es immer noch Proteste. Haben Sie dafür Verständnis?
Nein. Dafür habe ich kein Verständnis. Das sind aber auch keine Umweltschützer, sondern das sind Anti-Demokraten. Das sind ganz klar Straftäter. Das hat nichts mit den NGOs zu tun.

Sie haben sich im Konflikt um den Hambacher Forst über den Einfluss der Klimaaktivisten beklagt. Müssen Sie jetzt nicht zugeben, dass ohne deren Beharrlichkeit der Kohleausstieg und letztlich auch die Wende bei RWE nicht möglich gewesen wäre?
Tatsächlich haben Fridays for Future und ähnliche Bewegungen das Thema Klimaschutz international nach oben auf die Agenda gebracht. Und das war auch gut so. Das ändert aber nichts daran, dass die Vorgänge damals im Hambacher Forst teilweise kriminell waren.

Aber letztlich mussten Politik und RWE doch zur Energiewende getragen werden.
Wir haben die Entscheidung zur Neuausrichtung schon Anfang 2017 getroffen. Schon im März 2017 haben wir den Beschluss gefasst: Wir gehen wieder in die erneuerbaren Energien rein – und verwerten möglichst wertmaximierend unseren Innogy-Anteil. Das war vor der Eskalation im Hambacher Forst, und das war lange vor dem Deal mit Eon. Wir haben das von uns aus gemacht. Ja, wir sind wirtschaftlich dazu getrieben worden und auch intellektuell – aber nicht von Dritten, sondern aus uns selbst heraus. Darauf sind wir stolz.

Vita
Rolf Martin Schmitz hat seine komplette Karriere, schon 34 Jahre, in der Energiebranche verbracht. 2016, als RWE aufgespalten wurde, übernahm der damalige Vize die Führung von Deutschlands größtem Stromkonzern. Im März 2018 überraschte Schmitz gemeinsam mit Eon-Chef Johannes Teyssen die Öffentlichkeit: Die beiden vereinbarten ein Milliardenschweres Tauschgeschäft, das RWE den Wiedereinstieg in die erneuerbaren Energien ermöglichte.
Im Sommer kommenden Jahres wird Schmitz den Chefposten an Finanzvorstand Markus Krebber übergeben. Die beiden arbeiten seit 2016 im Zwei-Mann-Vorstand eng zusammen. Im Gegensatz zu Schmitz hat der 47-jährige promovierte Ökonom Krebber einen Großteil seiner Karriere in der Finanzbranche verbracht.

Auch Investoren und Banken machen weiter Druck. Der norwegische Staatsfonds hat RWE jüngst aus dem Portfolio geworfen, weil RWE noch in der Kohle engagiert ist. Einige Banken wollen keine Kredite mehr an Kohleunternehmen vergeben. Kann das RWE in Probleme bringen?
Nein. Wir können uns ausreichend Fremdkapital beschaffen, zum Beispiel über grüne Anleihen. Ja, es gibt Investoren, die uns meiden. Aber zum Teil, wie bei norwegischen Staatsfonds, sind die Kriterien zweifelhaft. Die lehnen uns ab, weil wir noch in der Kohle engagiert sind. Aber Gas und Öl ist für sie o. k. Und ist es nicht wichtiger zu schauen, wohin man sich entwickelt, als was der Status quo ist? 85 Prozent unserer Investitionen gehen in die erneuerbaren Energien. Doch die Forderungen von manchen Banken zu einem noch schnelleren Kohleausstieg können wir nicht erfüllen. Wir haben eine beidseitige Vereinbarung mit der Bundesregierung über den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle – davon können wir jetzt nicht einfach abrücken. Vertrag ist Vertrag. Wir sind aber überzeugt, dass wir weiter die nötige Unterstützung in der Finanzbranche finden werden. Wir haben ja klar definiert, dass wir 2040 klimaneutral sein werden.

Hat RWE überhaupt die Größe, im Geschäft mit erneuerbaren Energien zu bestehen?
Ja, wir sind jetzt schon einer der Größten in dem Geschäft. Und gegenüber anderen Unternehmen, zum Beispiel den Ölmajors, haben wir einen Vorteil: Wir haben eine Mannschaft, die das Geschäft schon lange macht, in vielen Ländern und in allen relevanten Technologien.

Wenn RWE so attraktiv ist: Ist der Konzern nicht ein klassischer Übernahmekandidat? Genug Geld ist ja auf dem Markt – vor allem bei Finanzinvestoren.
Wenn jemand genug Geld auf den Tisch legt, ist kein Unternehmen geschützt vor Übernahmen. Das Beste ist, gute Arbeit zu liefern. Dann sind wir wertvoll. Wenn uns jemand dann noch wertvoller findet, können wir das nicht beeinflussen. Aber ich habe diese Sorge nicht. Wir haben ja auch noch den Kohle- und Atomausstieg zu bewältigen.

Und das sind Giftpillen?
Ich glaube, dass wir diese Dinge besser bewältigen können, als es jemand anderes machen kann.

„RWE steht für Finanzstärke, für Kompetenz, für Zuverlässigkeit“

Wie will RWE den Spagat zwischen Investition in die Erneuerbaren und die Abwicklung des Kohleausstiegs kulturell bewältigen? Viele Mitarbeiter arbeiten im Bereich, der abgewickelt wird.
Das sind sogar die meisten Mitarbeiter. Wir versuchen gar nicht erst, eine Kultur zu verordnen. Jeder Teil des Unternehmens darf und sollte seine Kultur leben. Was wir uns gegeben haben, sind gemeinsame Werte: Vertrauen, Leidenschaft und Leistung. Was wir ganz hoch ansiedeln, ist der gegenseitige Respekt. Womit ist denn das erneuerbare Geschäft bei RWE und Eon finanziert worden? Mit den konventionellen Kraftwerken. Das dürfen die neuen Kolleginnen und Kollegen auch nicht vergessen. Natürlich gibt es ein Spannungsfeld. Aber das muss ein Konzern aushalten. Man kann Neues nur beginnen, wenn man das Alte mit Respekt verabschiedet. Braunköhler sind stolz auf RWE und was aus dem Konzern wird, auch wenn sie selbst wissen, dass es mit der Kohle zu Ende geht.

Sie selbst haben lange gebremst – und für die Kohle gekämpft. Haben Sie sich getäuscht?
An meinem Plädoyer stets die Versorgungssicherheit im Blick zu behalten halte ich fest. Worin ich mich getäuscht habe, ist die Geschwindigkeit, in der die erneuerbaren Energien wirtschaftlich geworden sind.

Wäre der Wandel nicht perfekt, wenn RWE den alten Namen ablegen würde?
Das haben wir sehr intensiv geprüft – aber letztlich wieder verworfen. Ja, hier in der Region ist der Name RWE zum Teil negativ aufgeladen. Aber außerhalb der Region vor allem im Ausland, haben wir einen sehr guten Namen. RWE steht für Finanzstärke, für Kompetenz, für Zuverlässigkeit. Letztlich haben wir nur unser Logo etwas angepasst und uns für eine wärmere Farbe entschieden. Damit fühlen wir uns jetzt sehr wohl.

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In einem Jahr geben Sie die Führung von RWE ab. In welchem Zustand wollen Sie das Unternehmen an Ihren Nachfolger, Finanzvorstand Markus Krebber übergeben?
Wir waren schon immer ein Team. Wir sind ja nur zu zweit im Vorstand und haben deshalb immer eng zusammengearbeitet. Deshalb ist da nichts mehr zu übergeben. Das Schönste wäre, wenn wir noch ein Riesenprojekt bekommen, ich mittendrin rausgehe – und keiner das bemerken wird. Wir sind eins zu eins abgestimmt, unsere Büros liegen direkt nebeneinander.
Aber auch in der Führung wird RWE sich wandeln. Sie haben Ihre komplette Karriere in der Energiewirtschaft verbracht, Herr Krebber hat lange in der Finanzbranche gearbeitet. Spiegelt das die Transformation der Branche wider?
Diese Mischung aus energiewirtschaftlichem und Finanz-Know-how wird immer wichtiger. Was das energiewirtschaftliche Know-how angeht, ist mein Kollege wie ein Schwamm. Der kann so schnell lernen und braucht keine Nachhilfe. Er hat mir aber was voraus. Er kennt die ganze Bankenwelt und weiß, wie man vernünftiges Hedging macht. Und damit wird inzwischen das Geld verdient. Es geht nicht mehr nur darum, ob ein Kraftwerk möglichst viel läuft, sondern auch, wie man den Strom, der rauskommt, vermarktet. Und das gilt auch für die erneuerbaren Energien.
Herr Schmitz, vielen Dank für das Gespräch.

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