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Saudi-ArabienDer weltweit größte Ölexporteur baut zwei große Windparks

Saudi-Arabien will den Anteil erneuerbarer Energien massiv steigern. Zwei Windkraft-Projekte sollen nun beispiellos günstig Strom produzieren – und fossile Kraftwerke überflüssig machen. 24.05.2024 - 07:50 Uhr
Bislang produziert Saudi-Arabien seinen Strom vor allem aus fossilen Brennstoffen. Foto: AP

Riad. Saudi-Arabien hat Verträge für zwei großen Windparks unterzeichnet, die Strom liefern sollen, der günstiger ist als die Energie aus den Erdgasanlagen des Landes. Damit wollen die Saudis den Anteil erneuerbarer Energien im Land rasch steigern.

Umgesetzt werden die Windkraftprojekte vom staatlichen Energiekonzern Saudi Power Procurement (SPPC), entwickelt werden sie von der Energiesparte des japanischen Mischkonzerns Marubeni. Der dort erzeugte Strom sei im weltweiten Vergleich beispiellos günstig, betonte SPPC-Chef Mazin Albahkali in einem Interview. „Extrem niedrige Tarife für erneuerbare Energien zu erreichen, hilft definitiv, die Stromerzeugungskosten in Saudi-Arabien zu senken.“

Obwohl es nicht möglich sei, die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien exakt mit Gaskraftwerken im Netz zu vergleichen, seien die Kosten geringer als bei fossilen Brennstoffalternativen, so Albahkali.

Das 600-Megawatt-Projekt AI Ghat soll ab 2026 nach Unternehmensangaben Strom abgezinst für nur 1,57 Cent pro Kilowattstunde produzieren und wäre das größte Kraftwerk des Landes. Marubeni baut auch das 500-Megawatt-Projekt Wa’ad Alshamal, das Windstrom zu Kosten von 1,70 Cent pro Kilowattstunde produzieren soll. In Deutschland liegen die Gestehungskosten für Strom aus Onshore-Windkraft nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts bei 4 bis 8,3 Cent pro Kilowattstunde.

Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölexporteur, hat bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien Nachholbedarf. Den Großteil seines Stroms bezieht das Land aus Anlagen, die Öl und Gas verbrennen. Aber das ändert sich allmählich: Kronprinz Mohammed bin Salman will die saudische Wirtschaft unabhängiger vom Öl machen.

Saudi-Arabien: Überschüssiges Erdöl könnte exportiert werden

Bis zum Ende des Jahrzehnts will das Königreich darum die Hälfte seines Stroms aus sauberen Quellen erzeugen, 2022 waren es nach Daten von Bloomberg weniger als ein Prozent.

Das Land baut seine Solar- und Windparks darum massiv aus: Bis 2030 werden voraussichtlich über 45 Gigawatt an Solar- und Windkapazität installiert sein, mehr als das 13-fache im Vergleich zum Jahr 2023. Damit könnte das Land allerdings auch mehr Erdöl exportieren.

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Beim Ausbau der Erneuerbaren hilft der Staatskonzern. „Wir stellen das Land bereit, wir liefern Windgeschwindigkeitsdaten, wir erteilen die Genehmigungen und unterstützen sie bei weiteren Genehmigungen und garantieren die Stromabnahme“, sagte Albahkali. Für die zwei gemeinsamen Windkraftanlagen mit Marubeni hat Saudi-Arabien zugesagt, den Strom für 25 Jahre garantiert abzunehmen.

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SPPC soll Projektentwicklern mit seinem starken Kreditrating die nötige Rückendeckung für günstigere Finanzierungen liefern. Darüber hinaus planen die Entwickler der Windparkprojekte, chinesische Windturbinen zu verwenden, die viel günstiger sind als die in den USA oder Europa hergestellten.

Erstpublikation: 23.05.2024, 10:50 Uhr.

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