Siemens Energy: Darum gibt es bei allem Elend Hoffnung
München. Vor der Hauptversammlung erhöht Siemens-Energy-Chef Christian Bruch den Druck auf die verlustreiche Erneuerbare-Energien-Sparte. „Jedes Geschäft muss auf längere Sicht zweistellige Renditen erzielen, sonst sind wir nicht der richtige Eigentümer – das gilt auch für die Windkraft“, sagte Bruch dem Handelsblatt.
Der Krisenkonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr wegen der Probleme im Geschäft mit der Windkraft einen Rekordverlust von 4,6 Milliarden Euro erzielt. Angesichts der Dauerkrise musste das Unternehmen den Bund um staatlichen Garantien in Milliardenhöhe bitten. Ein Teil der Investoren will den Vorstand auf der Hauptversammlung am kommenden Montag daher nicht entlasten.
Zur Wende bei der Windkraft hat Bruch klare Vorstellungen: „Dem Breakeven bis 2026 müssen Jochen Eickholt und sein Team alles unterordnen, ansonsten steht das Geschäftsmodell für Onshore in Frage.“ In der von Eickholt geführten Windkraft-Sparte Siemens Gamesa hatte es bei Projekten an Land schwere Qualitätsprobleme gegeben.
Er sei zuversichtlich, dass der Konzern die Probleme bei Gamesa in den Griff bekomme, die übrigen Sparten machten ohnehin Fortschritte, sagte Bruch. „Von der Grundstruktur her ist das Geschäft von Siemens Energy gesund.“ Wenn der Cashburn bei Gamesa gestoppt sei, sei die Firma gedreht.