Stromversorgung: Der Kapazitätsmarkt sorgt in Deutschland für Diskussion
Düsseldorf. Ein Plan für die Zukunft der deutschen Stromversorgung treibt derzeit die Energiebranche um. Es geht um ein mehr als 100 Seiten umfassendes Papier des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK), das Ideen präsentiert, wie auch nach einem Kohleausstieg die Versorgungssicherheit mit Strom in Deutschland gewährleistet werden soll.
Bei den Vorstandsvorsitzenden von Deutschlands größten Energiekonzernen stößt eine zentrale Idee des Papiers auf Skepsis. Sie sei zu komplex, warnen sie unisono.
Konkret geht es um einen Vorschlag des Ministeriums, der den sperrigen Namen „hybrider Kapazitätsmarkt“ trägt. RWE-Chef Markus Krebber sagt dazu, der deutsche Vorschlag höre sich „ziemlich kompliziert an“. In anderen Ländern gebe es bisher keine hybriden, sondern nur zentrale Kapazitätsmärkte.
EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos pflichtet ihm bei: „Die Praxis in Ländern wie Großbritannien oder Belgien zeigt, dass zentrale Kapazitätsmärkte ihr Ziel erreichen, auf effiziente Weise Versorgungssicherheit zu garantieren.“ Ein kombiniertes Modell hingegen sei komplexer und damit aufwendiger.
Und Uniper-Chef Michael Lewis sagt: „Wenn wir eine dringende und pragmatische Lösung finden müssen, rechnen wir damit, dass der Zentralmarkt besser ist.“