Windkraftanlagen: Siemens-Gamesa-Chef: „Vor allem intern ist einiges schiefgelaufen“
Seit dem 1. März ist Eickholt neuer Chef des Windkonzerns.
Foto: dpaAachen. Erstpublikation: 31.05.2022, 13:28. Bei Siemens gilt er als „Chefsanierer“, schließlich hat er es geschafft, die marode „Mobility-Sparte“ des Konzerns wieder in die Gewinnzone zu bringen. Jetzt gilt Jochen Eickholt als letzte Hoffnung, um auch den Windkonzern Siemens Gamesa nach Jahren der Krise wieder profitabel zu machen. Einen Grund, warum das nicht gehen sollte, sieht Eickholt nicht. Im Interview mit dem Handelsblatt skizziert er seinen Plan, um einen der weltweit größten Turbinenhersteller zu sanieren.
Neben höheren Preisen und besseren Verträgen, um sich gegen Rohstoffkosten und Lieferkettenprobleme in Zukunft besser abzusichern, schreckt der 60-Jährige auch nicht vor harten Sparmaßnahmen zurück. „Derzeit kann ich nichts ausschließen, so leid mir das tut“, sagt Eickholt mit Blick auf mögliche Stellenstreichungen oder die Schließung ganzer Werke.
Die Krise von Siemens Gamesa hatte auch den Aktienkurs von Mutterkonzern Siemens Energy zuletzt nach unten gerissen. Um besser durchgreifen zu können, will Siemens Energy, das bislang 67 Prozent der Anteile hält, auch den Rest der börsennotierten spanischen Tochter kaufen. Aber selbst dann müssen sich Siemens-Energy-Chef Christian Bruch und Siemens-Gamesa-CEO Eickholt auf eine jahrelange Sanierung einstellen. Vor allem intern sei einiges schiefgelaufen, sagt Eickholt.