Expressdienste: Das Ende des Hypes für Lieferdienste
Das Unternehmen liefert jetzt in Berlin nicht nur Restaurant-Essen sondern auch Lebensmittel aus.
Foto: picture alliance / photothekDüsseldorf. Den zuletzt unter Investoren heiß gehandelten Liefer-Start-ups droht schon wieder der Absturz. Noch im vergangenen Jahr hatten Kurierdienste wie Flink und Gorillas im Rekordtempo Milliardenbewertungen erreicht. Doch jetzt korrigieren erste Geldgeber ihre Renditeerwartungen nach unten. Das geht aus internen Dokumenten der Investoren hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.
Demnach wurden mindestens zwei große europäische Bringdienste, Glovo und Zapp, bereits zum Ende des ersten Quartals in Investorenbüchern mit deutlich niedrigeren Bewertungen beziffert als noch bei der jeweils jüngsten Finanzierungsrunde. In einem Fall wurde das Investment im Vergleich zu einer früheren Bewertung um 60 Prozent abgewertet.
Kritische Fragen stellen sich auch bei der Berliner Firma Gorillas. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rät von Kreditgeschäften mit der „Gorillas Operations Germany B.V. & Co. KG“ ab. Gorillas selbst räumt auf Nachfrage ein, dass es zu „Rückstand bei den Zahlungen an einige Geschäftspartner“ gekommen sei.
Das Unternehmen begründet das jedoch mit der Umstellung einer Zahlungssoftware und betont, dass es eine „durch und durch solvente Organisation“ sei. Gründer Kagan Sümer ist nach eigenen Aussagen seit Monaten auf der Suche nach neuen Investoren, konnte bisher aber keinen Erfolg verkünden.